Bischof Wilmer wirbt um Unterstützung für Erdbebenopfer in Venezuela
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Heiner Wilmer, hat schnelle internationale Hilfen für die Erdbebenopfer in Venezuela gefordert. Das gesamte Ausmaß der Katastrophe sei derzeit noch nicht absehbar, so der Bischof von Münster in einer am Donnerstag auf Sozialen Medien veröffentlichten Erklärung. "Meine Gedanken und Gebete sind in diesen schweren Stunden bei unseren Schwestern und Brüdern, die ihre Angehörigen, ihr Zuhause und jede Sicherheit verloren haben."
Die zwei dicht aufeinanderfolgenden Erdbeben trafen Venezuela am Mittwochabend (Ortszeit) und richteten auch in der Hauptstadt Caracas große Verwüstung an. Erste Berichte sprachen von eingestürzten Häusern und Dutzenden Toten. Wie viele Menschen tatsächlich zu Schaden kamen, ist noch nicht abzusehen. Die Zahl der Toten lag am Donnerstagmittag bei über 160, die der Verletzten bei rund 1.000. Unterdessen schätzte die US-Erdbebenwarte die Zahl der möglichen Todesopfer auf 10.000 bis 100.000 Menschen. Mit Werten von 7,2 und 7,5 auf der Richterskala zählen die Beben zu den stärksten, die in dem südamerikanischen Land in den vergangenen Jahren gemessen wurden.
Wilmer zutiefst erschüttert
Die Bilder von den vom Beben betroffenen Orten hätten ihn zutiefst erschüttert, sagte Wilmer. Ausdrücklich dankte er den ersten Helfern vor Ort, "den vielen Rettungskräften, den kirchlichen Hilfswerken und allen, die unter schwierigsten Bedingungen jetzt Hilfe leisten". Das Hilfswerk Malteser International kündigte an, 250.000 Euro als Soforthilfe zur Verfügung zu stellen. Caritas international gibt 100.000 Euro für schnelle Hilfe vor Ort frei.
Die katholische Kirche in Venezuela intensivierte laut Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur Kathpress ihre humanitäre und seelsorgerische Tätigkeit. Geplant ist demnach, bestehende kirchliche Netzwerke zur Unterstützung der Opfer zu nutzen. Pfarreien, Einrichtungen und Ordensgemeinschaften bereiteten Unterkünfte, Hilfsgüterverteilungen und seelsorgerische Begleitung für Betroffene vor. (tmg/KNA)
25.6., 13:30 Uhr: Ergänzt um aktuelle Zahlen zu Opfern und Hilfen.
