Aber 11 von 27 Diözesen ohne Neupriester

Leichter Anstieg bei Priesterweihen in Deutschland

Veröffentlicht am 26.06.2026 um 09:10 Uhr – Lesedauer: 

Bonn ‐ Ein kleiner Lichtblick: Nach dem historischen Tiefststand im Vorjahr ist die Zahl der Priesterweihen in Deutschland zumindest wieder leicht gestiegen. Doch der Trend der letzten 60 Jahre ist eindeutig.

  • Teilen:

Die katholische Kirche in Deutschland verzeichnet in diesem Jahr insgesamt 30 Priesterweihen und damit einen leichten Anstieg nach dem bisherigen Tiefststand von 25 Weihen im Jahr 2025. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in den 27 (Erz-)Bistümern. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) veröffentlicht ihre offiziellen Zahlen in der Regel erst zu Beginn des Folgejahres.

Die meisten Priesterweihen, nämlich 5, gibt es der Umfrage zufolge im Bistum Rottenburg-Stuttgart, gefolgt vom Erzbistum Berlin mit 4 Weihen. Je drei Neupriester gibt es in Eichstätt, Köln und München und Freising. Die (Erz-)Bistümer Freiburg und Trier melden je 2 Priesterweihen.

Elf Bistümer ohne Neupriester

Jeweils einen Neupriester gibt es in Paderborn, Speyer, Dresden-Meißen, Passau, Augsburg, Würzburg, Regensburg und Bamberg. Keine Weihen gibt es 2026 in den elf Bistümern Aachen, Münster, Essen, Limburg, Hamburg, Hildesheim, Osnabrück, Mainz, Görlitz, Magdeburg und Erfurt. Das Bistum Fulda konnte auf Anfrage noch keine Zahlen nennen, verwies aber darauf, dass im März ein 31-jähriger Ukrainer nach byzantinischem Ritus zum Priester geweiht wurde. Er betreut die Ukrainische Kirchengemeinde und ist auch in der Seelsorge im Bistum tätig.

Die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) teilte mit, sie erhalte die aktuellen Zahlen aus den einzelnen Ordensgemeinschaften erst zum Jahresende. In den letzten Jahren hatte es dort 6 (2025), 11 (2024) und 4 (2023) Priesterweihen gegeben.

Der 29. Juni, das Fest Peter und Paul, war lange Zeit der klassische Termin für Priesterweihen in der katholischen Kirche. Inzwischen weihen viele Bistümer aber auch zu Pfingsten und an anderen Terminen. Die Zahl der Priesterweihen in Deutschland geht seit vielen Jahren im Trend stark zurück. So gab es etwa 1966, also vor 60 Jahren, noch 447 Priesterweihen in den 27 (Erz-)Bistümern, knapp 15-mal so viele wie in diesem Jahr. 1976 waren es schon nur 182, 1986 wieder 254. 1996 gab es 186 Weihen, 2006 insgesamt 121 und 2016 noch 77. Seit 2008 lag die Zahl dauerhaft unter 100, seit 2021 unter 50. (KNA)