Stuttgart-21-Debakel und Totalausfall

Anhaltendes Chaos bei der Deutschen Bahn: BKU fordert Privatisierung

Veröffentlicht am 27.06.2026 um 11:06 Uhr – Lesedauer: 

Köln ‐ "Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer": Der Bund Katholischer Unternehmer fordert angesichts der anhaltenden Negativschlagzeilen der Deutschen Bahn auf lange Sicht eine Privatisierung des Unternehmens.

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Angesichts der jüngsten Negativschlagzeilen der Deutschen Bahn fordert der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) mehr unternehmerische Initiative – und auf lange Sicht eine Privatisierung des Unternehmens. "Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer", sagte der BKU-Bundesvorsitzende Martin Nebeling am Samstag in Köln.

Es gebe in Deutschland verantwortungsvolle Unternehmen, die aufgrund eigener hoher Expertise und mit Unterstützung von nichtstaatlichen Prüfstellen wie dem TÜV hohe Sicherheitsstandards gewährleisteten und gleichzeitig effizienter arbeiteten. "Bei der zu 100 Prozent dem deutschen Staat gehörenden Deutschen Bahn hingegen sehen wir gravierende Leistungsdefizite und Missmanagement durch fehlende unternehmerische Führung sowie Sicherheitsrisiken durch veraltete oder fehlende Technik", so Nebeling weiter.

"Leistungsfähige Schiene nur mit mehr unternehmerischer Initiative"

Aktueller Anlass für die Forderung des BKU sind die kürzlich bekanntgewordenen weiteren jahrelangen Verzögerungen und explodierenden Kosten beim Umbau des Stuttgarter Bahnknotens ("Stuttgart 21") und der durch einen technischen Fehler verursachte Totalausfall des Bahnverkehrs am vergangenen Dienstagabend.

Nebeling sieht darüber hinaus auch grundsätzlichen Reformbedarf: "Wir müssen kurzfristig ins Handeln kommen, um unsere Infrastruktur zu schützen, dürfen aber langfristig die Leistungsfähigkeit der Bahn nicht aus dem Blick verlieren." An einer Privatisierung der Bahn werde dabei auf lange Sicht kein Weg vorbeiführen. "Ohne mehr unternehmerische Initiative wird es keine leistungsfähige Schiene geben." Als positive Beispiele für privatisierte ehemalige Staatskonzerne nannte der BKU-Bundesvorsitzende die Deutsche Telekom, die Deutsche Post und die Lufthansa. Diese Unternehmen erwirtschafteten Steuereinnahmen für den Staat, anstatt ihn weiter zu belasten. (stz)