Im US-Bundesstaat Texas

ICE-Behörde nimmt Ordensfrau auf dem Weg zum Gottesdienst fest

Veröffentlicht am 30.06.2026 um 11:05 Uhr – Lesedauer: 

McAllen ‐ Eine Ordensfrau ist in Texas auf dem Weg zur Messe von der US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommen worden. Nach Protesten, auch aus der Politik, kam sie einen Tag später wieder frei.

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Eine katholische Ordensfrau ist am Sonntag im US-Bundesstaat Texas von der Einwanderungsbehörde ICE festgenommen und eine Nacht in Gewahrsam gehalten worden. Die Frau sei in ihrer Ordenskleidung zu Fuß auf dem Weg zu einem Gottesdienst in der Stadt McAllen an der Grenze zu Mexiko gewesen, als sie von ICE-Beamten aufgegriffen worden sei, wie am Montag unter anderem die Nachrichtenagentur AP berichtete.

Kurz nach der Festnahme der Ordensfrau hätten Verantwortliche der lokalen Pfarrei eine Mitteilung zu dem Fall in den sozialen Medien veröffentlicht, die große Aufmerksamkeit erregt habe. Unter anderem hätten sich Mitglieder des US-Kongresses, darunter die texanische Kongressabgeordnete Monica de la Cruz, für die Frau eingesetzt. Daraufhin sei sie am Montag aus der Haft entlassen worden.

Scharfe Kritik an ICE-Behörde – auch durch Kirche

"Wir sind dankbar für die schnelle Reaktion der örtlichen Abgeordneten, die sich an das Heimatschutzministerium gewandt haben, um ihre Freilassung aus dem Gewahrsam zu erreichen", sagte eine Sprecherin des südtexanischen Bistums Brownsville. Die betroffene Ordensfrau gehört dem Bericht zufolge der Kongregation Daughters of Mary Mother of Mercy (Töchter Mariens, Mutter der Barmherzigkeit) an.

Laut AP äußerten sich das US-Heimatschutzministerium und die ICE-Behörde bislang nicht zu Fragen zu dem Fall. Das rigide Vorgehen der Einwanderungsbehörde gegen Migranten in den USA ist in den vergangenen Monaten wiederholt auf scharfe Kritik gestoßen – auch von Vertretern der katholischen Kirche. Unter anderem hatte der in der US-Bischofskonferenz für Migrationsfragen zuständige Bischof Mark Seitz bereits im vergangenen Sommer daran erinnert, dass die Menschenwürde nicht von der Staatsangehörigkeit oder dem Aufenthaltsstatus abhänge. (stz)