Apostolischer Administrator für Northampton

Papst ernennt Interims-Leiter für Bistum nach Vergewaltigungsvorwurf

Veröffentlicht am 30.06.2026 um 12:50 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt/Northampton ‐ Ein englischer Bischof muss sich wegen Vorwürfen sexualisierter Gewalt vor Gericht verantworten. Bisher hat sein Generalvikar das Bistum geleitet – jetzt übernimmt ein Erzbischof im Auftrag des Papstes.

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Die britische Diözese Northampton wird nach den Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihren Bischof von einem Apostolischen Administrator geleitet. Papst Leo XIV. hat am Dienstag dem Erzbischof von Westminster, Richard Moth (Foto oben), die vorübergehende Leitung des Bistums übertragen. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass gegen Bischof David James Oakley Anklage wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung einer Minderjährigen erhoben wurde.

Die Ernennung Moths erfolgt "sede plena", also bei weiterhin besetztem Bischofsstuhl. Oakley ist demnach nicht als Diözesanbischof abgesetzt, kann sein Amt aber nicht ausüben, solange der Apostolische Administrator die Diözese leitet. Die Ernennung des Erzbischofs erfolgte ohne zeitliche Begrenzung. Oakley hatte bereits im vergangenen Oktober eine Auszeit genommen, die er ursprünglich mit seiner Gesundheit begründet hatte. Seither wurde das Bistum von seinem Generalvikar geleitet.

Gerichtstermin bereits angesetzt

Die Vorwürfe gegen Oakley beziehen sich laut Polizeiangaben auf Taten in den Jahren 2000 und 2001. Der 70-Jährige ist seit 2020 Bischof von Northampton. Ein Gerichtstermin ist für den 14. August angesetzt. Die Diözese teilte mit, dass sie sich in der Sache nicht zu dem laufenden Verfahren äußern könne.

Die Bischofskonferenz von England und Wales betonte nach Bekanntwerden des Verfahrens, dass in der Kirche eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Missbrauch innerhalb der Kirche und in der Gesellschaft insgesamt gelte und sie uneingeschränkt mit den zuständigen Behörden zusammenarbeite. "Wir sind uns sehr deutlich bewusst, dass die Berichterstattung über diesen Vorwurf bei vielen Menschen schmerzhafte Erinnerungen wecken könnte, und möchten uns erneut vorbehaltlos bei all jenen entschuldigen, die durch Missbrauch in der katholischen Kirche in England und Wales verletzt wurden", so die Erklärung. (fxn)