International bekannter Benediktiner

Fast 100-jähriger Ordensmann Steindl-Rast dankbar für erfülltes Leben

Veröffentlicht am 02.07.2026 um 16:47 Uhr – Lesedauer: 

Salzburg ‐ Dankbarkeit als Lebenshaltung: Der bekannte österreichische Benediktiner David Steindl-Rast sieht darin den Schlüssel für ein erfülltes Leben. Warum für ihn der Augenblick wichtiger ist als große Pläne.

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100 Jahre in Dankbarkeit: Der international bekannte Benediktiner und Wegbereiter des interreligiösen Dialogs, David Steindl-Rast, sieht Dankbarkeit auch kurz vor seinem 100. Geburtstag als Grundhaltung seines Lebens. Dabei bleibe Gott "immer überraschend" und lasse sich nicht festlegen, so der Mönch und Autor im Interview der Salzburger Kirchenzeitung "Rupertusblatt".

Mit Blick auf die Sterbehilfedebatte plädierte er dafür, dem Leben Vorrang einzuräumen. Er erinnerte an den hippokratischen Eid der Ärzte, also die Verpflichtung, "dem Leben zu dienen". Und weiter: "Man weiß nie, was das Leben doch noch vorhat." Für sich selbst wünsche er sich keine Wiederbelebungsmaßnahmen, sondern "einen sanften Tod, wenn das möglich ist".

Alt werden "wie in der Familie"

Steindl-Rast, der am 12. Juli seinen 100. Geburtstag feiert und seit einigen Jahren im Europakloster Gut Aich in Österreich lebt, bezeichnete das Leben in der klösterlichen Gemeinschaft als Segen. Das Älterwerden sei zwar sehr schwierig, zugleich ermögliche ihm die Unterstützung seiner Mitbrüder, sich weniger mit körperlichen Einschränkungen beschäftigen zu müssen. "Es ist etwas ganz anderes, als in einem Altersheim zu sein. Es ist vielmehr so, wie einfach in der Familie alt werden zu können." Das Zusammenleben sei zudem ein Einüben in ein respektvolles Miteinander verschiedener Generationen.

Der aus Wien stammende Benediktiner zählt zu den international bekanntesten christlichen Autoren zum Thema Dankbarkeit und interreligiöser Dialog. Als Zentrum seiner Spiritualität nannte er, "hinzuhorchen, was mir das Leben jetzt in diesem Augenblick sagt und darauf antworten". Pläne seien oft nur Ablenkungen vom Augenblick. Rückblickend würde er sein Leben im Großen und Ganzen wieder genauso führen: "Ich würde auf jeden Fall wieder Mönch werden wollen." (KNA)