Tech-Unternehmer Thiel: Leo XIV. arbeitet für Chinas Kommunisten
Der US-Tech-Unternehmer Peter Thiel hat Papst Leo XIV. vorgeworfen, mit seiner Forderung nach einer stärkeren internationalen Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) unbeabsichtigt chinesischen Interessen zu dienen. Da die Forderung des Papstes möglicherweise Einfluss auf Teile der US-amerikanischen Bevölkerung habe, in China jedoch voraussichtlich kaum Beachtung finden werde, werde die Enzyklika im "Wettlauf zwischen den USA und China" lediglich eine Seite bei die Entwicklung von KI ausbremsen, sagte Thiel laut einem CNN-Bericht von Donnerstag beim "Aspen Ideas Festival". Nach Thiels Auffassung bedeute dies, dass Leo "für die chinesischen Kommunisten arbeitet". Laut CNN reagierte das Publikum in Aspen mit Gelächter auf diese Aussage.
Der Papst hatte Ende Mai seine erste Enzyklika unter dem Titel "Magnifica humanitas" veröffentlicht. In dem Lehrschreiben stellte er die Bewahrung des Menschen im Zeitalter von KI in den Mittelpunkt und warnte vor den Folgen eines unkritischen Umgangs mit der Technologie. Bei der Präsentation der Enzyklika am Pfingstmontag forderte er eine Entwaffnung der KI und verglich diese Forderung mit dem kirchlichen Einsatz für nukleare Abrüstung. Jede große technische Macht, die das Leben der Menschen beeinflussen kann, müsse von einem angemessenen moralischen Urteilsvermögen und öffentlicher Kontrolle begleitet werden, so Leo XIV. "Die nukleare Abrüstung bleibt ein Dienst am Frieden und an der Würde der Menschheitsfamilie. In ähnlicher Weise verlangt nun die Künstliche Intelligenz, entwaffnet zu werden, befreit von Denkweisen, die sie zu einem Instrument der Herrschaft, der Ausgrenzung und des Todes machen."
Der deutschstämmige Thiel ist einer der bekanntesten und umstrittensten Tech-Unternehmer der Welt. Der Milliardär war Mitgründer des KI-Unternehmens Palantir und des Bezahldienstes PayPal und gehörte im Silicon Valley zu den frühesten Unterstützern von US-Präsident Donald Trump. Außerdem spielte Thiel eine wichtige Rolle beim politischen Aufstieg von US-Vizepräsident JD Vance. (stz)
