Bayerns Innenminister Herrmann: Demokratie braucht Religion

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat die Bedeutung religiöser Vielfalt für eine demokratische Gesellschaft gewürdigt. Werte wie Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit und Solidarität würden vor allem von Religionen vermittelt und hielten die Gesellschaft zusammen, sagte Herrmann am Sonntag in Amberg. Zugleich wirkten sie reiner Ich-Bezogenheit entgegen. Es gelte der Behauptung entgegenzutreten, Religionen würden nur Unruhe stiften.
"Demokratie braucht Religion", betonte der CSU-Politiker. Das sage er als Verfassungsminister und gläubiger Christ. Wohin ein Denken ohne Gott und Gewissen geführt habe, sei in der Katastrophe des Nationalsozialismus sichtbar geworden. Die Väter und Mütter des Grundgesetzes sowie der Bayerischen Verfassung hätten daher bewusst die Verantwortung vor Gott an den Anfang gestellt.
Hetze durch Dialog Boden entziehen
Der Minister räumte ein, dass jede Religion dafür missbraucht werden könne, Menschen gegeneinander aufzubringen. "Wenn aber Religion so verstanden und gelebt wird, dass der Geist Gottes der Geist der Freiheit, des Friedens und des gegenseitigen Respekts sowie der Würde aller Menschen ist, dann ist Religion ein festes Fundament für unsere Demokratie", betonte Herrmann. Daher sei auch der interreligiöse Dialog wichtig. "Hetze hat umso mehr Chancen zu verfangen, je weniger die Menschen voneinander wissen."
Der Minister äußerte sich beim "Amberger Symposium zur Freiheit der Religionsausübung". (KNA)