Bischof Wilmer warnt vor blindem Vertrauen in Künstliche Intelligenz

Der neue Bischof von Münster, Heiner Wilmer, warnt vor blindem Vertrauen in Computertechnologie und Künstliche Intelligenz (KI). Technischer Fortschritt biete große Chancen, etwa in der Medizin oder der Kommunikation, betonte der Bischof am Sonntag in Münster. Zugleich dürfe der Mensch niemals auf einen Datensatz oder einen Algorithmus reduziert werden.
"Der Mensch ist mehr als ein Datensatz", so Wilmer, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist. Entscheidungen über Leben und Tod sowie ethische Fragen müssten immer vom Menschen verantwortet werden. Deshalb brauche es "nicht nur ein Invest in noch mehr Algorithmen, sondern ein Invest in noch mehr Urteilsfähigkeit und Gewissenskraft als Menschen".
Große Prozession in Münster
Wilmer verwies in diesem Zusammenhang auch auf das erste Lehrschreiben von Papst Leo XIV., die unlängst veröffentlichte Enzyklika "Magnifica humanitas", die sich ebenfalls mit dem Thema Künstliche Intelligenz, kurz KI, beschäftigt. Nicht die Technik, sondern die Würde des Menschen müsse Maßstab allen Handelns bleiben. Künstliche Intelligenz könne vieles leisten, sagte Wilmer, "aber sie kennt keinen Schmerz. Sie kennt keine Empathie."
Wilmer äußerte sich bei der Großen Prozession in Münster. Sie findet immer am ersten Sonntag im Juli statt. Der Brauch geht zurück auf das Jahr 1382, als mehr als 8.000 Menschen an der Pest starben und im folgenden Jahr ein Großbrand 400 Wohnhäuser der Stadt zerstörte. Bürgerschaft und Geistlichkeit fassten Ende des 14. Jahrhunderts den Entschluss, eine Buß- und Bittprozession zu halten. An der diesjährigen Großen Prozession nahmen den Angaben des Bistums zufolge mehrere hundert Menschen teil. (KNA)