Ordensmann David Steindl-Rast wird 100 Jahre
Der Mönch, Eremit und geistliche Lehrer David Steindl-Rast wird an diesem Sonntag 100 Jahre alt. Der Benediktiner und weltweit geschätzte Autor gehöre zu den großen spirituellen Stimmen unserer Zeit und gelte als Vermittler zwischen den geistlichen Traditionen, erklärte der Verlag Herder in Freiburg. Seine Bücher begleiteten seit Jahrzehnten Menschen, die nach einer Glaubenssprache suchen, die klar, einfach und zugleich tief ist. "Er spricht von Gott in einer Sprache, die Menschen erreicht und Hoffnung schenkt", so der Verleger Manuel Herder.
Bruder David Steindl-Rast, am 12. Juli 1926 in Wien geboren, wuchs in einem traditionell katholischen Milieu auf, das er später als Einheit von Heiligem, Kultur und Natur beschrieb. Früh geprägt von der reformpädagogischen Neuland-Schule in Wien und dem geistigen Widerstand desertierte er im Zweiten Weltkrieg aus der Wehrmacht und engagierte sich nach Kriegsende in der Betreuung sudetendeutscher Flüchtlinge.
Stimme der US-Erneuerungsbewegung
Er arbeitete unter anderem als Restaurator, gestaltete eine Kinderzeitschrift und war Präfekt der Wiener Sängerknaben. 1953 trat er in das Benediktinerkloster Mount Saviour im US-Bundesstaat New York ein, legte 1955 die Profess ab und vertiefte sich in Theologie und Philosophie.
Seit Mitte der 1960er Jahre profilierte sich Bruder David als Pionier des interreligiösen Dialogs, insbesondere zwischen Christentum und Buddhismus, praktizierte mit bedeutenden Zen-Meistern, gründete 1968 in New York das "Center for Spiritual Studies" und wurde eine wichtige Stimme der katholischen Erneuerungsbewegung in den USA.
Für sein Wirken als Brückenbauer zwischen den Religionen wurde er mehrfach geehrt, unter anderem mit dem Martin-Buber-Preis, dem Theologischen Preis der Salzburger Hochschulwochen, dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich sowie verschiedenen Friedens- und Kirchenreformpreisen. (epd)
