Welche Faktoren dazu führen

Studie: Ordensleben erhöht Lebenserwartung von Männern deutlich

Veröffentlicht am 13.07.2026 um 14:55 Uhr – Lesedauer: 

Wien ‐ Das Leben in Orden ist für Männer offenbar äußerst gesundheitsförderlich. Laut einer Langzeitstudie leben sie deutlich länger als Männer außerhalb von Klöstern. Wie Forscher die Ergebnisse erklären.

  • Teilen:

Der Lebensstil in einer Ordensgemeinschaft erhöht die Lebenserwartung von Männern offenbar deutlich und gleicht sogar den Unterschied zwischen Männern und Frauen fast vollständig aus. Das geht aus der "Deutsch-Österreichischen Klosterstudie" unter Leitung des Demografen Marc Luy hervor. Entscheidend sei dabei nicht ein einzelner Faktor, sondern das Zusammenspiel verschiedener Lebensumstände, sagte Luy der Kooperationsredaktion der österreichischen Kirchenzeitungen.

Nach Angaben von Statistik Austria haben 2025 geborene Jungen eine um 4,45 Jahre geringere Lebenserwartung als Mädchen. Ordensmänner sterben dagegen im Durchschnitt deutlich später als Männer außerhalb von Klöstern. Der Grund liege vor allem im Lebensstil und weniger in genetischen Unterschieden, erklärte der Wissenschaftler vom Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Gemeinschaft verlängert das Leben

Zu den wichtigsten Faktoren zählen laut der Studie das Leben in einer Gemeinschaft, ein geregelter Tagesablauf mit Arbeit, Gebet und Meditation sowie eine klare spirituelle Aufgabe. Die Gemeinschaft wirke ähnlich stabilisierend wie eine Ehe. Feste Essenszeiten, soziale Kontrolle und gegenseitige Fürsorge führten zu einem gesünderen Lebensstil mit weniger Suchtproblemen. Zudem würden körperliche oder psychische Krisen früher erkannt. Auch der strukturierte Alltag trage dazu bei, Stress zu verringern und die mentale wie körperliche Gesundheit zu fördern. Vergleichbare Bedingungen fänden sich auch in den sogenannten "Blue Zones", Regionen mit einer besonders hohen Zahl Hundertjähriger.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die in der Gesamtbevölkerung üblichen Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen höher und niedriger Gebildeten verschwinden im Kloster weitgehend. Vor allem Ordensmänner mit geringer formaler Bildung profitierten von gleichen Lebensbedingungen und einer einheitlichen medizinischen Versorgung. Anders als beim modernen "Longevity"-Trend gehe es Ordensleuten dabei allerdings nicht darum, möglichst alt zu werden. Die längere Lebensdauer sei vielmehr ein Nebeneffekt ihres Lebensstils. (KNA)