Schießler: Kann nicht über Liebe reden, wenn ich sie nicht erfahre

Für den über die Grenzen Münchens hinaus bekannten Pfarrer Rainer Maria Schießler (65) ist es nach eigener Aussage wichtig, selbst Liebe zu erfahren. "Wie soll ich über Liebe reden, wenn ich sie nicht selbst spüre?", sagte er am Montag in der NDR-Sendung "DAS! Rote Sofa".
Das habe nichts mit seiner eigenen Lebensweise als zölibatärer Priester zu tun, erklärte der Geistliche und Bestseller-Autor. "Ich habe mich für diese alternative Lebensweise entschieden, weil es eine prophetische ist, weil sie über diese Welt hinausreicht." Es habe sich aber nicht dazu entschieden, "lieblos zu leben" und "in Einsamkeit zu verdorren".
"Du brauchst eine Bezugsperson"
Schießler, der der seit Jahren eine Beziehung zu einer Frau pflegt, die er als seine "Lebenspartnerin" bezeichnet, betonte: "Du brauchst eine Bezugsperson. Du musst wissen: Für wen bist du verantwortlich und wer fühlt sich für dich verantwortlich?" Es sei ein großes Geschenk, wenn ein Mensch jemanden treffe und das dabei spüre.
Im Blick auf die Frage einer Lockerung des Zölibats sagte Schießler, dass eine solche dafür sorgen könnte, dass Priester nicht immer auf ihre Lebensweise reduziert werden. "Sondern dass wir zunächst Männer des Wortes Gottes sind, das wir Verkündiger des Reiches Gottes sind". Außerdem werde immer mehr Bischöfen klar, dass es viele Berufene gebe und es nicht primär darum gehe, ob diese unverheiratete Männer seien. "Jeder, der in Christus daheim ist, ist ein perfekter Verkündiger", so Schießler. (mal)