Urteil sorgt für Empörung

Priester jahrelang gemobbt? Patriarch zu Haft auf Bewährung verurteilt

Veröffentlicht am 14.07.2026 um 12:35 Uhr – Lesedauer: 

Belgrad/Ljubljana ‐ Das Urteil eines Bezirksgerichts in Ljubljana sorgt in Serbien für Empörung: Der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije soll als Bischof einen Priester gemobbt haben – und bekam nun Haft auf Bewährung.

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Ein Bezirksgericht in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana hat den serbisch-orthodoxen Patriarchen Porfirije zu vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Mit dem Patriarchen wurde auch die örtliche serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde verurteilt; zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro, ebenfalls auf Bewährung.

Die entsprechende Klage hatte ein ehemaliger Priester aus Ljubljana, Zeljko Lubarda, eingereicht. Er behauptet, er sei über viele Jahre systematisch Mobbing bei seinem Priesterdienst ausgesetzt gewesen. Nach seiner Darstellung begann der Druck gegen ihn, als er sich weigerte, finanzielle Missstände in der Kirchenkasse zu vertuschen. Porfirije war von 2014 bis 2021 Metropolit von Zagreb und Ljubljana.

Kirchenleitung nennt Klagen "absurd"

Die Leitung der serbisch-orthodoxen Kirche reagierte scharf auf die Entscheidung der slowenischen Richter. Eine offizielle Erklärung bezeichnet das Urteil als skandalös und als Ergebnis "absurder Klagen". Sowohl der Prozess an sich als auch das Urteil seien eines Rechtsstaates nicht würdig. Auch der serbische Präsident Aleksandar Vucic stärkte dem Patriarchen in einer ersten Reaktion den Rücken und zweifelte an der Rechtmäßigkeit des Urteils.

Laut einer Erklärung der Kirchenleitung waren weder der Patriarch noch sein Anwalt überhaupt informiert, dass ein Verfahren gegen ihn laufe; geschweige denn seien sie aufgefordert worden, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Im Übrigen habe der Konflikt mit dem klagenden und inzwischen längst abgesetzten Priester schon vor der Amtszeit Porfirijes als Metropolit in Kroatien und Slowenien begonnen.

Als besonders besorgniserregend wertet die serbische Kirchenführung, dass Informationen über das Gerichtsverfahren unmittelbar vor der diesjährigen Sitzung der Bischofsversammlung an einzelne Medien in Serbien weitergegeben worden seien. Es gehe offenbar um eine bösartige Medienkampagne gegen die serbisch-orthodoxe Kirche und Patriarch Porfirije, mutmaßt der Heilige Synod. (KNA)