Millionär spendiert jedem Täufling in katholischer Pfarrei 500 Euro

Wer sein kleines Kind katholisch taufen lässt und in der Pfarrei Starnberg wohnt, darf sich ab sofort auch über einen Geldsegen freuen. Ein ortsansässiger Millionär hat sich entschlossen, jedem frischen Täufling 500 Euro zukommen zu lassen. Zuerst berichtete die "Süddeutsche Zeitung" über das Projekt.
"Es kann nicht schaden, wenn man von frühester Kindheit an ein eigenes Verhältnis zu Gott hat und einen guten Schutzengel", erläuterte der katholische Unternehmer Peter Löw auf Anfrage seine Motivation. Durch Gemeindemitglieder und auch den mit ihm befreundeten Pfarrer habe er erfahren, dass sich manche bedürftige Familien bei der Taufe ihrer Kinder zurückhielten. Geschenke und Feier erschienen ihnen als zu kostspielig. Über diese Schwelle wolle er gern hinweghelfen, sagte der 65-Jährige, der mit der Restrukturierung von Firmen viel Geld verdient hat.
"Starnberger Schutzengelchen"
Nach seinen Worten ist die Aktion "Starnberger Schutzengelchen" zunächst befristet auf 40 Kinder. Diese dürfen nicht älter sein als drei Jahre und müssen in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Starnberg gemeldet sein. "Was wir nicht wollen: Dass jetzt aus ganz Deutschland so eine Art Tauf-Tourismus nach Starnberg einsetzt", begründete der Stifter die Bedingungen. Löw wies zugleich die Vermutung zurück, dass mit Geld Gläubige eingekauft werden sollten. Sein Geschenk sei mit keinerlei Verpflichtungen verbunden. Auch könne sich jedes Kind später anders entscheiden.
Vergangenen Samstag ist eine Familie bei der Taufe ihrer drei Kinder zum ersten Mal in den Genuss des Geldsegens gekommen. "Die Eltern haben sich nicht nur gefreut, sondern waren tief gerührt", berichtete der Sponsor, der persönlich an dem Gottesdienst teilnahm. Wenn er nicht geschäftlich unterwegs sei und das gewünscht werde, komme er auch zu den nächsten Taufen.
Löw stammt aus Ludwigshafen, ist Unternehmer und 65 Jahre alt. Er hat Geschichte und Jura studiert und in beiden Fächern einen Doktortitel erworben. Seit 2013 lehrt er als Honorarprofessor Wirtschaftsethik an der Päpstlichen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz bei Wien. Im Verlag Herder veröffentlichte der mit hohen päpstlichen Orden ausgezeichnete Autor zuletzt zwei sogenannte Evangelienharmonien. Dabei werden die Texte der vier Evangelisten in der Bibel vom Leben und Sterben Jesu zu einer Erzählung verschmolzen. Historisches Vorbild ist ein Werk des syrischen Autors Tatian aus dem 2. Jahrhundert. (KNA)