Leihmutterschaft bei Jens Spahn

Moraltheologe: Gott freut sich über jedes Kind – doch es gibt ein Aber

Veröffentlicht am 16.07.2026 um 14:25 Uhr – Lesedauer: 

Regensburg ‐ Als glückliche Eltern mit Kinderwagen grüßen dieser Tage der CDU-Politker Jens Spahn und sein Mann Daniel Funke auf einem Foto bei Instagram. Die Freude bei den beiden Papas ist groß; die ethischen Bedenken sind es auch.

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Der Regensburger Moraltheologe Rupert Scheule stimmt den Worten von CDU-Politiker Jens Spahn, dass sich der liebe Gott über jedes Kind freut, hundertprozentig zu. Es gebe keine verminderte Wertigkeit aufgrund der Art und Weise, wie man gezeugt wird, sagte Scheule der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Da wollen wir uns auch mal freuen, dass sich der kleine Georg dieser Gotteskindschaft bewusst sein darf und in der Freiheit der Kinder Gottes leben darf."

Ethisch deutlich schwieriger sei allerdings die Sache mit der Leihmutterschaft, so der Theologe. Denn der CDU-Fraktionsvorsitzende hatte per Instagram-Post mitgeteilt, dass er und sein Mann Daniel Funke mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Eltern eines Sohnes geworden seien. Weiter fügte er hinzu, dass diese auch künftig eine Rolle im Leben des Kindes spielen werde.

Wirklich freiwillig?

Scheule gab zu bedenken, dass womöglich nicht in diesem Fall, aber ansonsten Leihmutterschaft oft mit Ausbeutung verbunden sei. Dabei führte er die Ukraine an, wo viele Frauen angeblich freiwillig ihren Körper für einen Kinderwunsch von Paaren zur Verfügung stellten. Doch wie stehe es tatsächlich um die Freiwilligkeit in einem Land, wo die Menschen oft in einer sozial und wirtschaftlich schwierigen Situation lebten?

Im Übrigen gebe es auch in den USA viele arme Frauen, oft mit migrantischem Hintergrund, erinnerte der Moraltheologe. "Die sagen dann auch nicht aus Altruismus zu, ein Kind auszutragen, sondern weil sie das Geld brauchen." Auch gebe es ein Gerechtigkeitsproblem, wenn es eine Frage des Geldes ist, Eltern zu werden. Denn zwei gut verdienende Männer, wie der CDU-Fraktionsvorsitzende und sein für die Medien arbeitender Mann, könnten sich eine Leihmutter im Ausland eher leisten als eine Krankenschwester und ein Maurer.

Spahn sei zudem in der CDU nicht irgendwer, so Scheule. Seiner Ansicht nach sollte er sich dazu äußern, dass er letztlich gegen die Entscheidung seiner Partei gehandelt habe, die sich gegen Leihmutterschaft in Deutschand ausgesprochen hat. Damit weiche Spahn nicht nur von deren Linie ab, sondern auch von seiner eigenen konservativen Signatur. (KNA)