Bischof Meier: Religionsunterricht nicht durch KI ersetzbar
Der Augsburger Bischof Bertram Meier hält Religionsunterricht in Zeiten der Künstlichen Intelligenz für unverzichtbar. "Insbesondere der Religionsunterricht gibt Raum für jene Qualitäten, in denen die KI uns Menschen nicht das Wasser reichen kann", sagte Meier laut Redemanuskript am Freitag in Augsburg.
Er äußerte sich anlässlich der Verleihung der Missio canonica an Religionslehrerinnen und Religionslehrer in der Basilika Sankt Ulrich und Afra. Die Missio canonica ist die kirchliche Ermächtigung zur Erteilung des Religionsunterrichts.
Der Bischof verwies auf das im Mai veröffentlichte Lehrschreiben "Magnifica humanitas" von Papst Leo XVI. zum Thema KI. "Sogenannte Künstliche Intelligenzen machen keine Erfahrungen, besitzen keinen Leib, empfinden weder Freude noch Schmerz, reifen nicht in Beziehungen, wissen nicht von ihrem Inneren her, was Liebe, Arbeit, Freundschaft und Verantwortung bedeutet", zitierte Meier das Kirchenoberhaupt.
"Es gibt kein KI-Herz"
An angehende Religionslehrerinnen und -lehrer gerichtet sagte der Bischof: "Eine KI weiß nicht, was Sie erlebt haben, sie ahnt nicht, warum Sie persönlich Ja sagen zum Glauben. Auch wenn Sie ihr noch so oft und genau schildern, was Sie dazu bewogen hat, diesen Berufsweg einzuschlagen – es gibt kein KI-Herz, das dazu in Resonanz gehen kann. Aber Ihre Schülerinnen und Schüler können es."
Bildung sei ein Beziehungsgeschehen, fügte Meier hinzu. "Dass Sie der christlichen Botschaft im eigenen Leben auf der Spur sind, ist wesentlich für Ihre Lehrtätigkeit im Fach Religion. Die Suche nach dem Sinn im Leben, darüber hinaus nach dem Sinn des Lebens hat eine hohe Relevanz für die junge Generation."
Die Wiedergabe von Mehrheitsmeinungen führe dabei nicht zum Ziel. Es gehe vielmehr darum, die Neugier der jungen Generation zu wecken – "auch auf den reichen Schatz, der den kirchlichen Traditionen innewohnt", so Meier. Lehrkräfte sollten ihre Lebenserfahrung dazulegen und ein echtes Gegenüber sein. "Das wird Orientierung stiften." Das Christentum lebe davon, dass Menschen authentisch Zeugnis gäben. (KNA)
