Vatikan und Bundesbank kooperieren für transparenteres Finanzsystem
Der Vatikan und die Deutsche Bundesbank wollen künftig enger zusammenarbeiten. Ziel der Vereinbarung ist unter anderem, zu Transparenz und Nachhaltigkeit des internationalen Finanzsystems beizutragen, wie das Portal "Vatican News" (Samstag) berichtet. Das Protokoll wurde am Freitag im Vatikan unterzeichnet vom Direktor der vatikanischen Aufsichts- und Finanzinformationsbehörde ASIF, Federico Antellini Russo, und Burkhard Balz, Mitglied des Bundesbank-Vorstands.
Die seit Jahren bestehende Kooperation der beiden Institutionen sei zuletzt intensiviert worden, weil der Heilige Stuhl seine Finanzarchitektur in Übereinstimmung mit internationalen Standards ausbauen wolle, hieß es. Das Augenmerk auf Transparenz, Rechenschaftspflicht und Professionalität habe zu einer Festigung der Glaubwürdigkeit in der internationalen Finanzgemeinschaft beigetragen. Die Institutionen wollen demnach gemeinsame Anstrengungen im Aufsichtssektor festigen und ausweiten. Das soll etwa durch Schulungen und den Austausch bewährter Praktiken geschehen.
"Mit der Unterzeichnung dieser Absichtserklärung bekräftigen wir unser gemeinsames Engagement für die Prinzipien von Integrität, Transparenz und internationaler Zusammenarbeit", erklärte Balz. Die Vereinbarung spiegele ein gemeinsames Bestreben wider, "dem Gemeinwohl durch ein stabiles und gerechtes Finanzsystem zu dienen".
Reaktion auf Geldwäsche-Vorwürfe
ASIF-Direktor Russo verwies auf das Ende Juni von Leo XIV. erlassene Statut für seine Behörde, die vor 15 Jahren gegründet wurde. Mit dem neuen Statut, so der Papst, setze der Heilige Stuhl seinen Weg fort, die Aufsichtsmechanismen zur Prävention von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen in Einklang mit internationalen Standards und den vatikanischen Besonderheiten zu stärken.
Die vatikanische Finanzaufsicht wurde 2010 von Benedikt XVI. als Reaktion auf Geldwäsche-Vorwürfe eingerichtet. Sie kontrolliert neben der Vatikanbank IOR auch vatikanische Behörden und Hilfswerke. Auch die Überprüfung des Eingangs von Bargeld in den kleinsten Staat der Welt zählt zu ihren Aufgaben.
Laut dem im April vorgelegten Jahresbericht registrierte die Behörde im vergangenen Jahr 78 verdächtige Geldtransfers im Vatikan. Sie betrafen überwiegend die Vatikanbank IOR sowie vereinzelt andere Vatikan-Einrichtungen. Insgesamt bescheinigt sich die Finanzaufsicht eine qualifizierte und konstante Überwachung sowie eine sorgfältige Kontrolle der Stabilität und Nachhaltigkeit der Vatikanbank IOR. (KNA)
