Seit Wochen spekulieren südamerikanische Medien, doch Kardinal Daniel Sturla bittet noch um Geduld: "Wir müssen abwarten, bis der Heilige Stuhl die offizielle Bekanntgabe macht", sagte der Erzbischof der uruguayischen Hauptstadt Montevideo vor wenigen Tagen. Ein offenes Geheimnis ist, dass Papst Leo XIV. insgesamt drei südamerikanische Länder bereisen will: Uruguay, Argentinien und Peru. Auch der Zeitraum ist einigermaßen bekannt – zwischen Anfang und Mitte November. Es soll um die Tage zwischen dem 5. und 15. November gehen, heißt es in südamerikanischen Medien.
Zuvor steht ein wichtiger Personalwechsel an. Diese Woche nimmt der neue Päpstliche Botschafter in Argentinien seine Arbeit auf. Es handelt sich um den US-amerikanischen Vatikan-Diplomaten Michael Banach, der Mitte Mai ernannt worden war. Argentinische Medien spekulieren, dass nach seinem Amtsantritt auch die Bekanntgabe der Südamerika-Reise des Papstes kommt.
Hommage an Franziskus
Leo XIV. wird wohl zuerst in Uruguay eintreffen, wo Besuche in drei Provinzen geplant sind. Von dort aus könnte es mit der Fähre "Papst Franziskus" über den Río de la Plata in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires gehen. Der Besuch gilt als Würdigung des im Mai 2025 gestorbenen Vorgängers von Leo XIV., der aus Buenos Aires stammte. Franziskus (2013–2025) hatte seine Heimat trotz wiederholter Spekulationen nicht mehr besucht.
In Peru wartet auf Leo XIV. eine emotionale Wiederbegegnung mit seiner Vergangenheit. Von 2015 bis 2023 leitete er das peruanische Bistum Chiclayo.
Das Verhältnis zwischen dem damaligen Papst und dem libertären argentinischen Präsidenten Javier Milei galt als inhaltlich angespannt und kontrovers. Milei versucht, das Land mit marktliberalen Reformen wirtschaftlich wieder auf Kurs zu bringen, während die argentinische Kirche fordert, die Armen nicht zu vergessen.
In die zweite Heimat
In Peru wartet auf Leo XIV. eine emotionale Wiederbegegnung mit seiner Vergangenheit. Leo XIV. gehörte einst selbst der Peruanischen Bischofskonferenz an und war auch ihr Vize-Vorsitzender. Von 2015 bis 2023 leitete Robert Francis Prevost, wie der jetzige Papst mit bürgerlichem Namen heißt, das Bistum Chiclayo.
Zuvor arbeitete der gebürtige US-Amerikaner viele Jahre als Ordensmann der Augustiner in Peru. Er besitzt die peruanische Staatsangehörigkeit. In seinem heutigen Alltag als Papst unterstützen ihn ein Privatsekretär und eine Köchin aus Peru. Die neugewählte peruanische Präsidentin Keiko Fujimori traf sich diese Woche mit den katholischen Bischöfen des Landes, um über die anstehende Reise zu sprechen. "Wir werden für einen erfolgreichen Besuch von Papst Leo XIV. sorgen", erklärte Fujimori anschließend.