Mutmaßlicher Anschlag in der Nacht zu Sonntag

Bischof und Verbände entsetzt über Angriff auf Berliner CSD

Eine Regenbogenfahne weht im Wind.
Bild: Christian Ditsch/epd-bild

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat mit Entsetzen auf den mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher-Street-Day (CSD) in Berlin am Samstagabend reagiert. "Wie schrecklich! Ein so frohes und bewegendes Fest, brutal zu zerstören", erklärte Koch auf Anfrage. In den Sonntagsgottesdiensten werde Fürbitte für die Betroffenen und ein friedliches Miteinander in der Gesellschaft gehalten, kündigte Koch an. "Der Hass darf nicht gewinnen."

Auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat sich "entsetzt und traurig" über den mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher-Street-Day (CSD) in Berlin geäußert. "Wir zünden eine Kerze an und beten für alle, die von der schrecklichen Tat betroffen sind", heißt es in einer ersten auf Sozialen Medien veröffentlichten Reaktion des BDKJ-Bundesverbandes. Der Dachverband der katholischen Jugend war über seinen Diözesanverband und andere Teilverbände auch selbst an der CSD-Parade beteiligt.

Auch rief sie dazu auf, füreinander einzustehen und Haltung zu zeigen. "Hass, Gewalt und Menschenverachtung nicht das letzte Wort haben", hieß es weiter. Queere Sichtbarkeit dürfe niemals dazu führen, "um die eigene Sicherheit fürchten zu müssen".

Die katholische Initiative "Out in Church" zeigt sich zutiefst erschüttert. "Eine Frau wurde getötet, viele weitere Menschen wurden verletzt. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen, die diese schreckliche Gewalttat miterleben mussten", schrieb Out in Church in Sozialen Medien. Auf Nachfrage teilte sie zudem mit, dass einzelne Personen ebenfalls beim CSD waren.

Während der Feier im Anschluss an die Parade fuhr am Samstagabend ein Auto in die Menschenmenge am Berliner Tiergarten. Dabei wurde eine Person getötet, mindestens 16 weitere teils schwer verletzt. Die Berliner Polizei geht derzeit von einem gezielten Anschlag aus und fahndet öffentlich nach einem Tatverdächtigen. Nach dem Anschlag lud die evangelische Kirche zu einer Andacht ein, an der sich auch die katholische Kirche beteiligt. Der Berliner CSD gehört zu den größten in Deutschland mehrere hunderttausend Menschen nehmen jedes Jahr an dem Umzug teil. (KNA)