Sicherheitsexperten haben in der Papst-Gebetsapp "Click to Pray" eine massive Sicherheitslücke entdeckt. Angreifern soll es laut dem IT-Sicherheits-Fachmagazin "Dark Reading" möglich gewesen sein, auf die Daten von über 700.000 Nutzerkonten zuzugreifen. Grund dafür ist eine offen im Netz zugängliche Programmierschnittstelle. Gegenüber katholisch.de bestätigte das Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes, das die App betreibt, die Sicherheitslücke. Sie sei aber bereits am Freitag behoben worden.
Die Lücke wurde im Januar durch einen Sicherheitsforscher mit dem Nickname "BobDaHacker" entdeckt. Die Redaktion von "Dark Reading" habe dessen Angaben unabhängig getestet und bestätigt. Ein Sprecher des Gebetsnetzwerk teilte gegenüber katholisch.de den Umfang mit: " Diese Schwachstelle ermöglichte den unbefugten Zugriff auf grundlegende Profildaten – insbesondere Namen und E-Mail-Adressen sowie Avatare, Geburtsdaten und Herkunftsländer, sofern diese vom Nutzer angegeben wurden. Passwörter, Anmeldedaten und Gebetsanliegen waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet."
Appell an Verantwortliche im Vatikan
"BobDaHacker" betonte gegenüber "Dark Reading" die Verantwortung der Betreiber im Vatikan für die App und ihre Sicherheit. "Organisationen, die personenbezogene Daten von Hunderttausenden von Nutzern verarbeiten, sind dafür verantwortlich, sie zu schützen – ganz gleich, ob es sich um ein Technologieunternehmen oder eine Kirche handelt", so der Sicherheitsforscher. "Wenn man E-Mail-Adressen, Namen und Geburtsdaten von 700.000 Menschen erfasst, ist man für die Daten verantwortlich, ob man will oder nicht."
Die App "Click to Pray" wird seit 2016 in mehreren Sprachen durch das Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes angeboten. Seit 2017 ist sie auf Deutsch verfügbar. Das vom Jesuitenorden getragene Gebetsapostolat mit Sitz im Vatikan lädt Menschen auf der ganzen Welt dazu ein, für die monatlichen Gebetsanliegen des Papstes zu beten. 2021 wurde die App anlässlich der Weltsynode grundsätzlich erneuert. Mit dem Update war es für Nutzer möglich, ein kostenloses Profil zu erstellen, um in der App auch eigene Gebete zu formulieren und diese in der neuen Gebetsgemeinschaft zu teilen. (fxn)
27. Juli 2026, 18 Uhr: Gebetsnetzwerk bestätigt Lücke und Behebung.