John C. Wester, Erzbischof von Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico, hat das Recht der "muslimischen Nachbarn auf Religionsausübung" verteidigt. Angesichts von Anwohner-Bedenken gegenüber dem geplanten Bau einer Moschee im North Valley von Albuquerque positionierte sich Wester in einem Anfang der Woche veröffentlichten Statement klar.
"Unsere muslimischen Nachbarn haben das gleiche gottgegebene und verfassungsrechtlich geschützte Recht auf freie Religionsausübung wie jede andere Glaubensgemeinschaft, einschließlich unserer eigenen", schrieb der Erzbischof. Die Verteidigung dieses Rechts sei nicht nur eine bürgerliche Pflicht, sondern ein Kernelement der katholischen Lehre. Wester begründete seine Unterstützung für den Bau einer Moschee, die "voll und ganz im Einklang mit unserer eigenen Tradition und unseren moralischen Verpflichtungen" stehe, mit dem Konzilsdokument "Dignitatis humanae".
Respekt und friedliches Zusammenleben
Wester appellierte, sich "in einer Zeit, in der sich Spaltungen leicht vertiefen können", für Respekt, Dialog und friedliches Zusammenleben zu entscheiden. Um in derselben Nachbarschaft zu leben, müsse man nicht denselben Glauben teilen. "Was wir brauchen, ist die Bereitschaft, zuzuhören, zu lernen und im anderen einen Nachbarn statt eines Fremden zu erkennen. Interreligiöse Beziehungen bereichern unser gesellschaftliches Leben und stärken das soziale Gefüge, auf das wir alle angewiesen sind", so der Erzbischof von Santa Fe.
Er betonte, antimuslimische Stimmung habe "keinen Platz im Herzen eines Christen". Feindseligkeiten gegenüber Muslimen, zu denen er auch den Widerstand gegen ihre Gebetsstätten zählt, seien unvereinbar mit dem Evangelium Jesu Christi: "Angst vor dem Anderen ist keine christliche Tugend. Gastfreundschaft hingegen schon."
Angesichts von antimuslimischen Diskriminierungen seien Katholiken gefordert, sich an ihre Seite zu stellen. Er betonte: "Ein Stadtteil, der Platz für die Gebete vieler Menschen schafft, ist stärker, mitfühlender und spiegelt besser die Werte wider, zu deren Wahrung wir uns bekennen." (KNA)