Die katholische Kirche und indigene Dorfbewohner machen mobil gegen Geothermie-Projekte auf der indonesischen Insel Flores: Ein Erzbistum und die betroffenen Indigenen haben vor dem Obersten Gerichtshof Indonesiens eine Klage gegen die Genehmigung von Geothermie-Projekten auf der Insel eingereicht. Geothermie bezeichnet die im Inneren der Erde gespeicherte Wärmeenergie und deren Nutzung zum Heizen, Kühlen und zur Stromerzeugung.
"Dies ist keine Ablehnung von Fortschritt oder der Umstellung auf erneuerbare Energien; aber Geothermie ist nicht die richtige Wahl für Flores", wird Erzbischof Paulus Budi Kleden vom Erzbistum Ende von dem asiatischen katholischen Pressedienst Ucanews am Montag zitiert. Bei der Genehmigung durch Erlasse des zuständigen Ministeriums sei die Ablehnung der drei Projekte durch die Bevölkerung, die ihre Lebensgrundlagen bedroht sehe, ignoriert worden.
Sorge wegen Wasser
Für die Bohrungen seien große Mengen Wasser erforderlich, hieß es. Das führe zu großen Sorgen, da die Bewohner bereits mit den Auswirkungen des Klimawandels und saisonalen Wasserknappheiten zu kämpfen hätten. "Dieses Thema geht weit über Entschädigungen oder unternehmerische soziale Verantwortung hinaus. Es betrifft das Recht der Menschen auf Leben", betonte Erzbischof Kleden.
Die Geothermie-Projekte auf Flores sind Teil der Politik für die Energiewende, mit der Indonesien das Ziel einer Strominfrastruktur-Kapazität von 35.000 Megawatt erreichen will. Flores gilt aus geologischen Gründen als einer der vielversprechendsten Standorte für die geothermische Erschließung.
Die zu den Kleinen Sundainseln gehörende Insel liegt an einer Stelle, an der die Indo-Australische Platte auf die Eurasische Platte stößt. Diese tektonische Konstellation hat zahlreiche aktive und ruhende Vulkane hervorgebracht, die die für geothermische Systeme erforderliche Wärme liefern können. (KNA)