Geschenk eines Franziskaners

Guido Maria Kretschmer trägt Wimper von Johannes Paul II. als Talisman

Designer Guido Maria Kretschmer steht bei einer Veranstaltung auf dem Roten Teppich und lächelt in die Kamera
Bild: IMAGO / Future Image

Modedesigner Guido Maria Kretschmer trägt einen besonderen Glückbringer mit sich herum: eine Wimper von Papst Johannes Paul II. In einem am Sonntag veröffentlichten Video des Gesprächsformats "Missverstehen Sie mich richtig" berichtete der Designer, er habe auf dem 60. Geburtstag des Star-Friseurs Udo Walz einen Franziskaner kennengelernt. Dieser habe sich sehr für das Marien-Amulett seiner Oma interessiert, das Kretschmer seit seiner Kindheit trage. "Und dann hat der gesagt: 'Sie müssen behütet werden.' Ich habe gesagt: 'Ja, so ist es.' Und dann meinte er: 'Wissen Sie was: Ich schicke Ihnen eine Wimper vom Papst.'" Als er den Ordensmann gefragt habe, wie er dies anstellen wolle, sagte dieser, er sei "die Putzfrau beim Papst", so Kretschmer im Gespräch mit dem Politiker Gregor Gysi (Die Linke). Der Franziskaner versicherte, er mache das Bett des Papstes und dieser verliere hin und wieder eine Wimper. "Dann schicke ich Ihnen eine."

Rund sechs Wochen später habe er ein Paket aus dem Vatikan bekommen, berichtete Kretschmer weiter. Darin: ein vom Papst gesegnetes Kreuz für den Vater Kretschmers. "Mein Vater ist fast zusammengebrochen, als das kam", so der Designer. "Und dann ein Tütchen mit einem Haar." Er habe die Wimper dann bei einem Juwelier in München in das Medaillon einsetzen lassen. Außerdem seien Sand aus dem Sinai-Gebirge und ein Stück von einem Fledermaus-Flügel in dem Schmuckstück, das er immer bei sich trage.

In dem Video bezeichnete Kretschmer sich selbst als "christliches Kind". "Ich habe eine große Affinität für Spiritualität", so der 61-Jährige. Glauben bedeute für ihn aber auch Zweifeln. "Ich denke manchmal: Ach wie schade, dass ich nicht immer kontinuierlich das Gefühl habe, ich bin behütet", so der Designer. "Ich würde mir aber wünschen, dass viel mehr Menschen das Gefühl hätten, dass etwas über ihnen wacht. Das habe ich immer gemocht, mein ganzes Leben." Er habe "selten eine Religion erlebt, die ich doof fand."

Auf seinen Reisen sei er "morgens schon oft auch in der Messe", erzählte Kretschmer. Er kenne sich "da gut aus, ich kann alles mitsingen". Aber: "Ich hole mir eher selten eine Hostie, wenn ich ehrlich bin. Das mache ich dann nicht so, das lasse ich dann aus." Er schätze dagegen den Friedensgruß. Es sei "eine schöne Geste" Menschen, die man nicht kenne, den Frieden zu wünschen. Seine Zeit als Messdiener habe er sehr genossen, weil er dort eine Bühne gehabt habe. Auch im katholischen Internat habe er sich sehr wohlgefühlt und vieles gelernt. Bis heute könne er jede Ordensgemeinschaft am Habit erkennen. (cbr)

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