Die älteste Karte des Heiligen Landes soll mithilfe virtueller Realität erfahrbar werden. Studierende der Universität Göttingen entwickeln verschiedene digitale Formate zur Madaba-Karte, wie die Hochschule mitteilte. "Auf diese Weise wird deutlich, wie man sich in der Spätantike die biblische Landschaft vorstellte", so Archäologe und Kunsthistoriker Jon C. Cubas Díaz.
Die Madaba-Karte gilt als älteste kartographische Darstellung des Heiligen Landes. Vor allem die Stadt Jerusalem zeigt sie in vielen Details – mit Mauern, Toren und Straßen. Sie gehört zu einem spätantiken Bodenmosaik in der Kirche Sankt Georg in der jordanischen Stadt Madaba. Das Mosaik, das aus tausenden Steinchen besteht, entstand im 6. Jahrhundert und zeigt Städte, Landschaften und Pilgerorte vom Libanon bis zum Nildelta.
Die Universität Göttingen besitzt eine großformatige Kopie der Madaba-Karte, die als Grundlage für das Digitalprojekt dient. Die Studierenden entwickeln laut Universität verschiedene Formate etwa für Schulklassen, Kirchengemeinden und Fachleute. Geplant seien zum Beispiel interaktive Kioske und ein virtueller Besuch der Kirche in Madaba. Zudem untersuchen die Studierenden die Material- und Entstehungsgeschichte der Göttinger Kopie. (KNA)