Nach über 150 Jahren ziehen nun die letzten Franziskaner aus dem Kloster Marienthal aus. Sieben Ordensbrüder leben noch in dem Wallfahrtsort in Geisenheim im Rheingau-Taunus-Kreis. Der Grund für die Klosteraufgabe ist das hohe Alter der Franziskaner. Alle seien um die 80 Jahre, wie das Bistum Limburg am Mittwoch schreibt. Am Samstag, den 15. August werden die Franziskaner mit Gottesdienst und einem Posaunenquintett verabschiedet.
Um auch ohne die Ordensbrüder den Wallfahrtsort am Leben zu halten, hat sich ein Förderverein gegründet. Zwei Vinzentiner-Patres, die nur wenige Kilometer entfernt wohnen, übernehmen ab dem ersten Advent die Seelsorge im Wallfahrtsort.
Pilgergruppen und Kirchenasyl
Die Hauptaufgabe der Franziskaner war die Pilgerseelsorge. Sie begleiteten Wallfahrtsgruppen, feierten Gottesdienste und arbeiteten als Seelsorger in den umliegenden Pfarreien. Einmal hätten sie sogar einer Mutter und ihrem Kind für mehrere Monate Kirchenasyl gewährt, erzählt ein Franziskaner im Bericht des Bistums Limburg.
1873 zogen die ersten Franziskaner in den Ort. Die Betreuung der Pilger gehörte von Anfang an zu ihren Aufgaben. Der Wallfahrtsort ist für ein jahrhundertealtes Gnadenbild von Maria bekannt. Vor diesem Bild soll 1309 ein erblindeter Jäger gebetet haben und anschließend sein Augenlicht wieder erlangt haben. Seitdem kommen Pilger in den Ort und bitten um Marias Hilfe. (bak)