Ein Waldbrand in der nordspanischen Region Aragón bedroht eine der bedeutendsten Klosteranlagen des Landes. Während die Einsatzkräfte weiterhin versuchen, die Flammen möglichst von der Klosteranlage San Juan de la Peña fernzuhalten, wurden am Freitagmorgen erneut mehrere Gemeinden evakuiert. Hohe Temperaturen und Winde verkomplizieren derzeit die Löscharbeiten. Am Freitag sollen bis zu 33 weitere Löschflugzeuge zum Einsatz kommen.
Das spektakulär unter einem überhängenden Felsen errichtete Kloster ist berühmt für die kunstvollen Verzierungen seines romanischen Kreuzgangs. Vor allem aber gilt das Bauwerk aus dem 10. Jahrhundert als Wiege des aragonesischen Königreichs und es beherbergt bis heute die Gräber zahlreicher früherer Monarchen. Deren Überreste wurden bereits am Donnerstagnachmittag mit Blick auf die herankommenden Flammen in Sicherheit gebracht.
Zudem ist das Kloster eng mit den Gralslegenden verbunden. Laut mittelalterlichen Überlieferungen soll hier über Jahrhunderte der Kelch des letzten Abendmahls versteckt worden sein, der sich heute in der Kathedrale von Valencia befinden soll. (KNA)