Streit um neuen Plan für Küste in Ligurien

Ordensfrauen betreiben seit 80 Jahren Strandbad – nun droht das Aus

Strand
Bild: stock.adobe.com/Kacper Bernacki

Italienische Ordensfrauen müssen nach 80 Jahren das Aus für ihr Strandbad befürchten. An einem Strandabschnitt in der ligurischen Küstengemeinde Spotorno südwestlich von Genua betreiben die "Suore di Carità di Santa Maria" seit 1946 eine Badeanstalt. Nun sorgt das politische Vorhaben, diese möglicherweise in einen frei zugänglichen Strand umzuwandeln, für Streit, wie mehrere internationale Medien in den vergangenen Tagen berichteten.

Hintergrund ist demnach ein neuer Nutzungsplan der Region Ligurien für die Küste. Dessen Ziel ist, die Quote der Strände zu erhöhen, die Besucher ohne Eintrittspreis nutzen können. Sieben bestehende Strandkonzessionen in Spotorno, darunter auch die der Ordensschwestern, sollen daher öffentlich ausgeschrieben werden. Dahinter steht auch eine Vorgabe der Europäischen Union, Vergaben regelmäßig und für kürzere Laufzeiten auszuschreiben. Das soll für fairen Wettbewerb sorgen.

Sorge um Angebote

Die Schwestern, die am Küstenstreifen in Spotorno einen Kindergarten betreiben und seit Jahrzehnten einen Sommerferienhort für Kinder organisieren, fürchten nun um ihre sozialen und pädagogischen Angebote, die sie unter anderem mit den Einnahmen aus dem Strandbad finanzieren. Sie zeigten sich enttäuscht und beklagten, dass ihre bisherige Arbeit für die Gemeinde nicht ausreichend berücksichtigt werde. Sie hoffen, dass der Plan nicht genehmigt wird.

Laut einem Bericht konfrontierte eine der Ordensfrauen Bürgermeister Mattia Fiorini bei einer öffentlichen Debatte. "Er gehört uns. Warum will die Gemeinde uns unseren Strand wegnehmen?", sagte sie demnach. Doch Fiorini weist den Vorwurf zurück, die Maßnahme richte sich gegen die Ordensgemeinschaft. Die Gemeinde setze lediglich regionale Vorgaben und die europäischen Regeln um. Wenn die Schwestern den Betrieb fortsetzen wollen, müssten sie an der öffentlichen Ausschreibung teilnehmen. Dabei könnten soziale Projekte zwar berücksichtigt werden, eine Garantie für den Erhalt der Konzession gebe es allerdings nicht. Die endgültige Entscheidung soll nach der geplanten Ausschreibung im Herbst fallen.

Die "Suore di Carità di Santa Maria" sind eine Frauenkongregation päpstlichen Rechts, die 1854 in Italien gegründet wurde. Weltweit gehören ihr rund 300 Mitglieder an. Die Schwestern engagieren sich vor allem im Bildungs- und Sozialwesen. (mal)