Keine Zelebration mehr im vorkonziliaren Ritus

Würzburger Priester tritt aus Verein mit Nähe zu Piusbrüdern aus

Würzburger Priester tritt aus Verein mit Nähe zu Piusbrüdern aus
Bild: KNA

Ein Ruhestandspriester des Bistums Würzburg hat sich von einem Verein losgesagt, der offenbar der Piusbruderschaft nahesteht. Wie das Bistum am Mittwoch mitteilte, habe der Geistliche von sich aus seinen Rücktritt vom Amt des 1. Vorsitzenden des Vereins sowie seinen kompletten Austritt erklärt. Demnach hat ihn Generalvikar Jürgen Vorndran am Dienstag zu seiner "jüngst bekanntgewordenen Nähe zur Piusbruderschaft" angehört. Dabei habe der Priester erklärt, dass er bereits die genannten Konsequenzen gezogen habe und von nun an jegliche Zelebration im vorkonziliaren Ritus unterlassen werde.

Der Geistliche gehörte laut Bistum dem Verein "Alte Liturgie nach dem Konzil von Trient in der römisch katholischen Kirche e. V.", kurz "Messbund Würzburg", an. Dieser bietet Messfeiern in der vorkonziliaren Form an, ist aber nicht kirchlich anerkannt. Die "Mainpost" hatte zuvor berichtet, dass der Geistliche Ende Juli an einer liturgischen Feier der Piusbruderschaft in einer von dieser betreuten Kapelle in Würzburg mitgewirkt hatte. Auf Nachfrage der Zeitung hatte das Bistum daraufhin mitgeteilt, "baldmöglichst" den Priester dazu zu befragen. Gegen den "Messbund" als Verein bürgerlichen Rechts könne man jedoch nicht vorgehen.

Verweis auf vatikanische Erklärung

Generalvikar Vorndran erklärte nun weiter, dass das bisherige Verhalten des Priesters nicht rechtskonform gewesen sei. Er begrüße die klare Konsequenz, die der Priester nun gezogen habe, und habe ihn darauf verpflichtet, weiterhin jegliche Zelebration im vorkonziliaren Ritus zu unterlassen.

Im Zuge der unerlaubten Bischofsweihen der Piusbruderschaft am 1. Juli im Schweizer Écône hatte der Vatikan erklärt, dass alle Geistlichen der Piusbruderschaft exkommuniziert sind. Das Bistum Würzburg erwähnte in seiner Mitteilung eine Erklärung, die es wenige Tage danach veröffentlicht hatte. Mit Verweis darauf heißt es, so wie den Gläubigen seitens des Bistums dringend abgeraten werde, an Feiern der Piusbruderschaft teilzunehmen, gelte für Priester umso mehr: Kein Priester dürfe eigenmächtig und ohne bischöflichen Auftrag die Messe nach dem Missale von 1962 feiern. Wenn ein Priester das dennoch tue, sei dies ein Akt des Ungehorsams gegen Papst und Bischof. (mal)