Wasserwunder begründete Wallfahrt

Heilige Quelle in bayerischer Wallfahrtskirche ist versiegt

Heilige Quelle in bayerischer Wallfahrtskirche ist versiegt
Bild: Gerhard Eckert

Aus der Heilquelle in einer bayerischen Einsiedelei fließt kein Tropfen Wasser mehr. "Die Quelle ist versiegt", heißt es auf einem Zettel, den Pfarrer Johannes Schuster auf den Quellstein an der Außenwand der Wallfahrtskirche Frauenbründl südlich von Regensburg geschrieben hat. Zugleich werden die Besucher gebeten, weitere Zapfversuche zu unterlassen, denn dadurch sei der Zufluss zusätzlich beschädigt worden.

"Manche Abholer sind etwas rabiat", beklagte Schuster in der "Mittelbayerischen Zeitung" (Donnerstag). Die Reparatur werde teuer und kompliziert werden. Dem Bericht zufolge speist sich das Wasser aus drei Quellen. Eine weitere Quelle im Innenhof der Eremitage versorge den einzigen Bewohner, Schuster. Wenn diese auch noch versiege, bekomme er Probleme. Dabei will Schuster, der seit 13 Jahren in Frauenbründl wohnt, am 20. September mit Wallfahrern ein großes Fest feiern. Dann besteht die malerisch am Waldrand bei Bad Abbach gelegene Kirche seit genau 300 Jahren.

Die Wallfahrt begründete um 1700 ein Wunder, das mit der Quelle in Verbindung steht. Demnach soll ein fast blinder Mann mit dem Quellwasser seine Augen gewaschen und damit sein Sehvermögen zurückgewonnen haben. Bad Abbach wirbt heute für den Besuch des Ortes wegen seiner "einzigartigen Verbindung von Natur und Spiritualität". (KNA)