Bislang Generalvikar in der Diözese

Andreas Kutschke ist Diözesanadministrator des Bistums Dresden-Meißen

Andreas Kutschke ist Domkapitular im Bistum Dresden-Meißen.
Bild: Bistum Dresden-Meißen

Das Bistum Dresden-Meißen wird nach dem überraschenden Rücktritt von Bischof Heinrich Timmerevers (74) ab sofort übergangsweise vom bisherigen Generalvikar Andreas Kutschke geleitet. Das Domkapitel wählte den 52-Jährigen am Donnerstag zum Diözesanadministrator, wie das Bistum mitteilte. Als Übergangsverwalter steht Kutschke dem Bistum bis zum Amtsantritt eines neuen Bischofs vor. Timmerevers war am Mittwoch überraschend in den vorzeitigen Ruhestand gegangen. Er begründete es mit altersbedingt nachlassenden Kräften.

Kutschke hat bereits Erfahrungen als Übergangsleiter: Als im September 2015 der damalige Dresdner Bischof Heiner Koch zum Erzbischof von Berlin ernannt wurde, leitete ebenfalls Kutschke das Bistum bis zum Amtsantritt des neuen Bischofs Heinrich Timmerevers im August 2016. Die Kompetenzen eines Diözesanadministrators sind kirchenrechtlich klar umrissen und beschränkt: Er hat viele Rechte und Pflichten eines Bischofs, darf aber keine Entscheidungen treffen, die den künftigen Bischof langfristig binden würden.

Kutschke, der bislang die Bistumsverwaltung als Generalvikar leitete, erklärte: "Seit Jahren sieht sich unser Bistum großen Herausforderungen gegenübergestellt. Mit Gottes Hilfe will ich gerne meine Kräfte zur Verfügung stellen, das Bistum Dresden-Meißen gut durch diese Zeit der Sedisvakanz zu führen. Dazu bitte ich alle Gläubigen um ihre Unterstützung und ihr Gebet; besonders aber auch um einen guten neuen Bischof."

Als Katholik in der DDR benachteiligt

Kutschke wurde 1973 in sächsischen Wurzen geboren und wuchs in Thammenhain auf. Er absolvierte die Polytechnische Oberschule bis zur 10. Klasse; die erweiterte Oberschule (Gymnasium) durfte er wegen seines katholischen Glaubens nicht besuchen. Nach der Wiedervereinigung trat er in das Spätberufenenseminar im bayrischen Kloster Fockenfeld bei Tirschenreuth ein und holte das Abitur nach. Anschließend leistete er seinen Grundwehrdienst in der Bundeswehr.

Ab 1995 studierte Kutschke in Erfurt und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom Theologie. 2002 wurde er in Dresden zum Priester geweiht. Nach Kaplansstellen in Zittau und in der Dompfarrei Bautzen war er seit 2010 Pfarrer in Stollberg (Erzgebirge). 2013 wurde Kutschke zum Domkapitular und zum Generalvikar ernannt. Seitdem ist er der Verwaltungschef des Bistums. Timmerevers bestätigte ihn bei seinem Amtsantritt 2016 in diesem Amt. Zudem steht Kutschke seit 2018 als Domdekan dem Domkapitel vor, einem neun Priester umfassenden Gremium, das den neuen Bischof wählen wird. (KNA)