Besuch im September

Zeitung: Papst will in Frankreich sieben Missbrauchsopfer treffen

Papst Leo XIV. betet
Bild: KNA/Vatican Media/Romano Siciliani

Ein geplantes Treffen von Papst Leo XIV. mit französischen Missbrauchsbetroffenen nimmt Gestalt an. Wie die Zeitung "Le Figaro" am Samstag berichtete, ist die Begegnung für den 27. September im Wallfahrtsort Lourdes geplant – während des Staatsbesuchs des Kirchenoberhaupts in Frankreich. Dabei werde sich Leo mit sieben Personen treffen, die sexuelle Gewalt in den Reihen der Kirche erlitten haben.

Das Blatt, das sich auf Angaben der Französischen Bischofskonferenz beruft, berichtet indes über erhebliche Irritationen im Vorfeld. So seien etwa 40 Anfragen eingegangen, darunter rund ein Dutzend Opfergruppen, die Interesse an dem Treffen bekundet hätten. Dass jetzt nur sieben Gäste ausgewählt worden seien, stoße beim Rest auf Unverständnis.

Alain Esquerre, Sprecher der Opfervereinigung von Bétharram, 15 Kilometer von Lourdes entfernt, reagierte gar "mit Entsetzen" und sprach von "institutioneller Verachtung" seitens der Kirche. "Wir wollten einen kollektiven Ansatz, um im Namen aller Opfer zu sprechen", so Esquerre. Dabei habe man dem Papst auch einen Aktionsplan vorschlagen wollen. Doch die Kirche sei offenbar noch nicht bereit, das Missbrauchsproblem systematisch anzugehen, beklagte er.

Opfergruppen beklagen fehlende Transparenz

Andere Medien berichten derweil, dass eine Person aus Bétharram unter den Eingeladenen sei. Doch auch andere Opfergruppen beschwerten sich öffentlich über fehlende Transparenz bei der Auswahl, die "völlig undurchsichtig" verlaufen sei. Die Bischofskonferenz versicherte hingegen, dass eine "repräsentative" Gruppe ausgewählt worden sei. Weil sich der Papst einen privaten und persönlichen Austausch wünsche, habe man sie auf sieben Betroffene begrenzt.

Papst Leo XIV. hält sich vom 25. bis 28. September zum Staatsbesuch in Frankreich auf. Während dieses Besuchs wird er auch in Lourdes erwartet. (KNA)