Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat angekündigt, wieder am "Marsch für das Leben" in Berlin teilzunehmen. "Der dritte Samstag im September ist in meinem Kalender immer für die Teilnahme am Marsch für das Leben in Berlin blockiert, ebenso wie der zweite Samstag im April für den Marsch für das Leben in München", sagte Voderholzer dem Portal "CNA Deutsch" (Freitag). "Ich halte es für meine staatsbürgerliche Pflicht, denen eine Stimme zu geben, die selbst noch keine oder keine mehr haben."
Zur Frage nach den dringendsten politischen Entscheidungen sagte Voderholzer demnach weiter, er sei kein Politiker, sondern Bischof. Bei der Weihe habe er versprochen, "für das Volk Gottes wie ein guter Vater zu sorgen und es auf dem Weg des Heiles zu führen". Dieser Weg schließe die Einhaltung der Gebote Gottes als Mindestforderung ein. "Die Gesellschaft, jede Familie und das Leben jedes Einzelnen wird nicht nur heiler, sondern auch menschlicher, wenn das unbedingte Leben des Menschen Priorität erhält."
Auch Kritik am "Marsch für das Leben"
Die Demonstration findet am 19. September gleichzeitig in Berlin und Köln statt und wird vom Bundesverband Lebensrecht (BVL) organisiert. Innerhalb der katholischen Kirche gibt es auch Kritik am "Marsch für das Leben". So forderte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Köln vor drei Jahren, die Demonstration zu boykottieren. "Es gibt keine klare Abgrenzung der Organisator*innen zum rechten Milieu", erklärte der Jugenddachverband damals. Rechtsextreme Aktivisten und Parteien hätten in der Vergangenheit mehrfach zur Teilnahme an der Lebensschutz-Demonstration aufgerufen. Die BVL-Vorsitzende Alexandra Maria Linder dementierte eine Nähe zur AfD: "Es wird nicht unterlaufen, es wird nicht unterwandert." Der Lobbyverband sei überparteilich, überkonfessionell und unabhängig.
Im vergangenen Jahr nahm neben Voderholzer auch der Berliner Weihbischof Matthias Heinrich am "Marsch für das Leben" in Berlin teil. Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln) und Bischof Stefan Oster (Passau) schickten im Vorfeld Grußwörter. Der Großteil der deutschen Bischöfe beteiligte sich nicht. (cbr)