Nach Vorwürfen unangemessenen Verhaltens

Papst leitet Führungswechsel in angeschlagenem Erzbistum ein

Ein Kardinal hält sein Pileolus fest.
Bild: picture alliance / dpa/Michael Kappeler

Im Erzbistum Rabat, das praktisch ganz Marokko umfasst, bereitet Papst Leo XIV. eine Ablösung an der Kirchenspitze vor. Am Samstag ernannte er Mario León Dorado (52) zum unterstützenden sogenannten Koadjutor-Erzbischof. Als solcher hat er das Recht auf Nachfolge des aktuellen Amtsinhabers Kardinal Cristóbal López Romero, der im kommenden Mai 75 Jahre alt wird.

Gegen López liegen Vorwürfe sexuell unangemessenen Verhaltens gegenüber erwachsenen Frauen vor, was dieser bestreitet. Während der kirchlichen Untersuchungen lässt der Kardinal die Amtsgeschäfte seit Ende Juli ruhen. In dem Zusammenhang war Léon Dorado bereits zum päpstlichen Übergangsverwalter ernannt worden.

Das Erzbistum Rabat ist mit über 425.000 Quadratkilometern um knapp ein Fünftel größer als die Bundesrepublik und zählt etwa 22.000 Katholiken unter 33 Millionen Einwohnern. López wurde 2017 Leiter des Erzbistums; 2019 ernannte Papst Franziskus ihn zum Kardinal. (KNA)