Unterschiedliche Kulturen und Geschwindigkeiten

Erzbischof: Synodalität bedeutet, in eigenem Tempo voranzugehen

Erzbischof Gintaras Grusas spricht bei einer Pressekonferenz im Vatikan
Bild: KNA/Paolo Galosi/Romano Siciliani

Der Präsident der Bischofskonferenzen Europas (CCEE), Erzbischof Gintaras Grušas, hat die Bedeutung von Synodalität als gemeinsames Voranschreiten in der Kirche betont. "Es gibt in Europa viele Kirchen, die alle sehr unterschiedlich sind. Ost und West, aber auch Nord und Süd unterscheiden sich stark voneinander; es gibt unterschiedliche Kulturen und Geschwindigkeiten", sagte Grušas in einem Interview mit "Vatican News" (Dienstag). "Synodalität bedeutet, gemeinsam voranzugehen, aber jeder in seinem eigenen Tempo."

Jede Ortskirche habe mit eigenen Herausforderungen zu kämpfen. Gleichwohl beginne der Aufbau einer synodalen Kirche damit, diese Gegebenheiten zu akzeptieren und zu lernen, "in sehr unterschiedlichen Tempi miteinander voranzugehen", sagte der litauische Erzbischof. "Wir sind eine Kirche, ein getauftes Volk, und so hat Gott uns sehr unterschiedlich geschaffen: Das ist etwas, das wir akzeptieren, womit wir arbeiten und das wir zulassen müssen, damit er den Leib Christi weiter aufbauen kann."

Grušas sprach am Rande der Konferenz "Shaping Synodality in Europe" im österreichischen Schloss Puchberg in Wels. Von der Tagung erhoffe er sich, auf dem gemeinsamen synodalen Weg einen Schritt weiter voranzukommen. "Dieser Austausch, dieses Miteinander hilft uns allen, voranzukommen. Wir lernen voneinander, während wir uns austauschen und miteinander sprechen, und das nehmen wir mit nach Hause, während wir den synodalen Weg fortsetzen." Ziel der Tagung ist es, die Erfahrungen der europäischen Ortskirchen zusammenzuführen und daraus einen Plan für die weitere Umsetzung der Weltsynode zu entwickeln. Die Versammlung dauert noch bis Donnerstag. Aus Deutschland nimmt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Heiner Wilmer, an dem Treffen teil. (cbr)

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