Anderer Weg als in Lourdes

Umstrittene Rupnik-Mosaiken in Fatima sollen vorerst bleiben

Lichterprozession in Fatima
Bild: stock.adobe.com/Ricardo

In der katholischen Kirche gibt es derzeit kein einheitliches Vorgehen im Bezug auf die Kirchen-Mosaiken des einstigen Jesuitenpaters Marko Rupnik, dem mehrere Frauen sexuelle Übergriffe vorwerfen. Wie das US-amerikanische Portal "The Pillar" am Freitag berichtet, soll ein etwa 500 Quadratmeter großes Mosaik in der Dreifaltigkeits-Basilika am portugiesischen Marienwallfahrtsort Fatima bis auf Weiteres nicht entfernt oder verhängt werden.

Damit gehen die dortigen kirchlichen Stellen einen anderen Weg als der für den französischen Marienwallfahrtsort Lourdes zuständige Bischof Jean-Marc Micas. Dieser hatte angeordnet, die Rupnik-Mosaiken an der Fassade der Rosenkranz-Basilika von Lourdes zu verhängen und damit den Blicken der Betrachter zu entziehen. Andernfalls wären sie auch beim bevorstehenden Papstbesuch in Lourdes am 26. und 27. September weithin sichtbar gewesen.

Bischof hält an Beschluss fest

Anders als in Lourdes befindet sich das Mosaik in Fatima, das 2007 fertiggestellt wurde, im Innenraum der dortigen Kirche. Die Leitung des Wallfahrtsheiligtums hatte bereits 2025 mitgeteilt, dass man die Mosaiken weder entfernen noch verhüllen werde. Offen ist, ob diese Entscheidung auch für den Fall eines möglichen Papstbesuches in Fatima in einem der kommenden Jahre aufrechterhalten wird.

Virgílio Antunes, Vorsitzender der Portugiesischen Bischofskonferenz, erklärte dazu dem "Pillar", man könne zwar ein Kunstwerk nicht von den Umständen loslösen, in denen es geschaffen wurde. Gleichwohl sehe er derzeit keinen Anlass, die Entscheidung des Vorjahres zu widerrufen, wonach die Mosaiken weiterhin an ihrem Ort und sichtbar bleiben sollen. (KNA)