Aus Geschichte lernen

Papst: Krise in Somalia und Zwangsarbeiter-Schicksale nicht vergessen

Papst: Krise in Somalia und Zwangsarbeiter-Schicksale nicht vergessen
Bild: IMAGO / Catholicpressphoto

Papst Leo XIV. hat sich tief besorgt über die humanitäre Krise am Horn von Afrika gezeigt. In der Region um Somalia hätten Gewaltausbrüche und extreme Wetterereignisse die ohnehin schon prekären Lebensbedingungen der Bevölkerung, insbesondere von Frauen und Kindern, weiter verschärft, sagte er am Sonntag auf dem Petersplatz.

"Ich begrüße das großzügige Engagement der internationalen Gemeinschaft, damit unsere Brüder und Schwestern die notwendige Hilfe erhalten", so der Papst beim Mittagsgebet vor Tausenden Menschen. Das ostafrikanische Somalia kämpft seit Jahren mit Dürre- oder auch Flutkatastrophen. In der Folge fielen Ernten aus, rund ein Drittel der Bevölkerung (sechs Millionen Menschen) ist von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen.

Zugleich wird die Lage durch den bewaffneten Konflikt mit der islamistischen al-Shabaab verschärft. Ebenso sind die Beziehungen zwischen der Zentralregierung in Mogadischu und mehreren Bundesstaaten angespannt. Millionen Menschen befinden sich als Binnenvertriebene auf der Flucht im eigenen Land.

Aus der Geschichte des Zweiten Weltkriegs lernen

Eigens grüßte der Papst beim Mittagsgebet die Menschen in Pescantina bei Verona, die an diesem Sonntag ehemaliger Internierter gedenken, die während des Zweiten Weltkriegs deportiert und inhaftiert wurden. "Ich tue dies, um zu betonen, dass wir nicht vergessen, sondern aus der Geschichte lernen müssen, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen", unterstrich Leo XIV.

Pescantina war ab 1945 die zentrale Anlauf- und Durchgangsstation für Hunderttausende heimkehrende italienische Militärinternierte und Zwangsarbeiter, die aus deutschen Lagern befreit wurden. Am unzerstörten Bahnhof in Pescantina kamen die Rückkehrerzüge aus Deutschland und Österreich über den Brennerpass an.

Im geistlichen Teil seines Mittagsgebets rief Leo XIV. zu Demut und Frieden auf. "Gott hat andere Wege und neue Gedanken auch für jene, die sich für die Ersten halten und glauben, sie hätten das, was sie sind, verdient und das erreichte Ergebnis stünde ihnen zu", mahnte er. "Wir alle gewinnen jedoch an Freude, Verständnis und Zukunft, wenn das Gesetz der Liebe das Gesetz des Kalküls aufbricht, wenn die Erfahrung des Erbarmens die des Verdienens weitet, wenn das Geschenk des Friedens Rivalitäten aufhebt und uns in Dankbarkeit einander näherbringt", betonte er. Es sei eine Gnade, Mitarbeiter Gottes zu sein, in seinem Reich der Gerechtigkeit und des Friedens zu dienen, so Leo XIV. "Dort, wo das Neue hereinbricht, das Gott für uns bereithält, ist kein Platz für Neid und Spaltung." (KNA)