Ein 64-jähriger fußballbegeisterter Pfarrer in Österreich ist bei einem Spiel seines Vereins für den kurzfristig ausgefallenen Torwart eingesprungen. Johann Wurzer hielt einen Elfmeter und verhalf damit seinem Amateurclub SV Opponitz zum ersten Auswärtssieg seit eineinhalb Jahren. Im Interview der "Süddeutschen Zeitung" sprach der Priester von einer Sensation. Zu verdanken sei dies aber nicht seiner vermeintlichen Verbindung zu höheren Mächten, sagte der 1,95 Meter große, langhaarige Geistliche. "Ich würde eher sagen, das ist die Routine, wenn man über 50 Jahre Torwart ist."
Statt vor dem Strafstoß zu beten, habe er den Schützen genau beobachtet. "Er hat ins linke Eck geschaut und die rechte Hand beim Ablegen vorn gehabt." Dadurch habe er sein Ziel verraten. Wurzer war früher Kapitän der österreichischen Priester-Fußballnationalmannschaft, die auch bei internationalen Turnieren antritt. Bei seinem Heimatverein in Oberösterreich ist der Pfarrer nach eigenem Bekunden kein Stammspieler. Er trainiere aber regelmäßig mit der Mannschaft, sagte er.
Auf die Frage, was schwieriger sei, einen Elfmeter zu halten oder genügend Besucher in die Kirche zu locken, antwortete der Pfarrer: "Eine volle Kirche." Woran das liege, könne er auch nicht sagen. Aber es wäre schon schön, wenn nach seiner Rettungstat auf dem Fußballplatz und seinem gestiegenen Bekanntheitsgrad nun mehr Menschen in den Gottesdienst kämen. (KNA)