Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder hat die Rolle der Kirchen für das gesellschaftliche Miteinander gewürdigt. "Gerade wenn extremistische Kräfte die Gesellschaft auseinandertreiben, kommt es auf diejenigen an, die den Zusammenhalt stärken", sagte der CDU-Politiker nach einem Treffen des Ministerrats mit den Bischöfen des Bundeslandes.
"Ich bin dankbar, dass sich die Bistümer in Rheinland-Pfalz mit ihrer klaren Haltung zur gleichen Würde aller Menschen so entschieden für unsere freiheitliche Demokratie einsetzen. Die Kirchen schaffen Orte, an denen sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Positionen begegnen können", so Schnieder. Im Mittelpunkt des Treffens in Mainz standen aktuelle politische und gesellschaftliche Fragen sowie die Zusammenarbeit in Krisen- und Notfallsituationen. Die Bistümer seien dabei wichtige Partner, betonte Schnieder. "Gerade in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche, wie wir sie gerade erleben, leistet die katholische Kirche einen unverzichtbaren Beitrag für eine gute Zukunft von Rheinland-Pfalz."
Grenzen der finanziellen Leistungsfähigkeit
Im Koalitionsvertrag der Landesregierung steht, dass sie die Kirchen insbesondere als Trägerinnen von Einrichtungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Pflege sowie für Bedürftige unterstützt, damit sie die Aufgaben auch künftig gut wahrnehmen können. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf bekräftigte, dass die Kirche gern einen Beitrag für die gemeinsame Sorge um Land und Gesellschaft leiste.
Der Diözesanadministrator Markus Magin aus Speyer sagte: "Wir übernehmen gerne Verantwortung im Bereich der Bildung, weil wir das als Dienst für die Gemeinschaft betrachten. Allerdings können unsere zurückgehenden Kirchensteuereinnahmen und die bisherige Refinanzierung schon seit längerer Zeit nicht mit den Kostensteigerungen mithalten."
"Verlässlicher Partner"
Mit Blick auf das Kita-Angebot in der Fläche betonte der Limburger Bischof Georg Bätzing: "Wir möchten in diesem Bereich ein verlässlicher Partner bleiben, kommen aber auch hier an die Grenzen unserer finanziellen Leistungsfähigkeit."
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann begrüßte die Gesprächsangebote der Landesregierung zur konstruktiven Umnutzung von Kirchengebäuden: "Wenn Kirchen etwa für eine gesellschaftliche Nutzung umgestaltet werden, bietet das eine Chance, dass Menschen ihre Wirksamkeit im Gestalten des Nahraums erfahren können." (KNA)