Die Bischöfe von El Salvador haben Papst Leo XIV. bei ihrem Ad-limina Besuch im Vatikan gebeten, Oscar Romero zum Kirchenlehrer zu erklären. Als Geschenk überreichten sie dem Papst eine Reliquie des Heiligen, wie das spanische Onlinemedium "Religión Digital" am Dienstag berichtete. Leo XIV. nahm die Bitte demnach wohlwollend auf, betonte aber den Abwägungsprozess, der einer solchen Entscheidung vorausgehe.
Leo XIV. pflegt eine besondere Beziehung zu Oscar Romero. So erzählte er den Bischöfen aus El Salvador, dass er täglich um dessen Fürsprache bitte und regelmäßig ein Heiligenbild sowie eine nicht näher genannte Reliquie dritter Klasse von Romero bei sich führe. Reliquien dritter Klasse sind Objekte, die mit einer Reliquie erster Klasse – einem Körperteil, dem Blut oder der Asche eines Heiligen – in Berührung gekommen sind. Eine solche, ebenfalls nicht näher benannte, Reliquie erster Klasse überreichten die Bischöfe dem Papst als Geschenk.
Märtyrer für soziale Gerechtigkeit
Im Rahmen ihres Ad-limina-Besuchs sprachen die Bischöfe mit verschiedenen Dikasterien und feierten die Eucharistie an den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus. Der Präsident der Bischofskonferenz und Erzbischof von San Salvador, José Luis Escobar, betonte im Nachgang die väterliche Natur des Papstes. Die Stimmung des Treffens sei brüderlich und herzlich gewesen. Ad-limina-Besuche finden in der Regel alle fünf Jahre statt. Dabei informieren die Bischöfe einer Ortskirche den Papst und Dikasterienvertreter in Rom über den Zustand ihrer jeweiligen Diözesen.
Oscar Romero war Erzbischof von San Salvador und wurde 1980 während einer Messe durch einen Soldaten erschossen. Er galt in der Kirche wegen seiner Nähe zur Befreiungstheologie lange als umstritten. Romero kritisierte die Militärdiktatur von El Salvador (1931–1979) und trat für soziale Gerechtigkeit ein. Im Jahr 2018 wurde er heiliggesprochen. (vsb)