Der Adoratio-Kongress in Altötting hat erneut mehr Menschen angezogen. Zum Abschluss der dreitägigen Begegnung berichteten die Veranstalter am Sonntag von mehr als 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Vergangenes Jahr waren rund 1.800 Gläubige gezählt worden, 2024 etwa 1.500. Fast eine halbe Million Menschen hätten dieses Mal Live-Übertragungen in TV und Internet verfolgt.
Die Veranstaltung fand zum siebten Mal statt und stand unter dem Motto "Zur Liebe berufen". Auf dem Programm standen Gottesdienste, Workshops und Vorträge. "Es war ein wunderbares Glaubensfest mit Menschen aus dem gesamten deutschen Sprachraum und darüber hinaus", sagte der Passauer Bischof Stefan Oster als Initiator von Adoratio. "Viele sind tief dankbar und gestärkt nach Hause gegangen."
Im Abschlussgottesdienst kritisierte der Botschafter des Papstes in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, eine Gesellschaft, die lebe, als ob es Gott nicht gebe. Zugleich rügte er Mitchristen, die es sich in ihrer "spirituellen Komfortzone" bequem eingerichtet hätten.
Warnung vor KI
Außerdem warnte der Nuntius vor Anwendungen Künstlicher Intelligenz. Diese könne zwar nützlich sein, sie trage aber auch dazu bei, dass Menschen immer weniger zwischen "Wahrheit und Täuschung, zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem unterscheiden" könnten.
An dem Programm hatte sich auch der Münchner Journalist und Autor Tobias Haberl ("Unter Heiden: Warum ich trotzdem Christ bleibe") beteiligt. In einem Vortrag zum Thema "Geschaffen aus Liebe" hielt er der deutschen Gesellschaft Doppelmoral im Umgang mit dem Thema Behinderung vor. Einerseits würden sportliche Leistungen paralympischer Athleten gefeiert. Andererseits dürften neun von zehn Föten mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) gar nicht erst auf die Welt kommen.
Der nächste Kongress wurde für den 11. bis 13. Juni 2027 angekündigt. Adoratio versteht sich als "der Kongress zur eucharistischen Anbetung und Erneuerung des Glaubens im deutschsprachigen Raum". Eucharistische Anbetung ist eine traditionelle katholische Frömmigkeitspraxis. Dabei versammeln sich Gläubige zum Gebet vor einer geweihten Hostie, die meist in einem kostbaren Gefäß, einer Monstranz, auf dem Altar ausgestellt wird. Katholiken bekennen, dass Jesus Christus als Sohn Gottes in diesem Brot dauerhaft und leibhaftig gegenwärtig ist, wenn es in einer Messfeier von einem Priester konsekriert wurde. (KNA)