"Fürchtet Euch nicht!" rief Franziskus den jungen Menschen aus aller Welt zu. In einer kurzen und zugleich emotionalen Ansprache erinnerte er an einen unmittelbar vor dem Weltjugendtag verstorbenene freiwilligen Helfer. Der 22-jährige Grafikstudent Maciej Ciesla hatte das Treffen mit vorbereitet und war an Krebs erkrankt. "Alle Zeichnungen auf den Fahnen sind von ihm. In dieser Arbeit hat er seinen Glauben gefunden", sagte Franziskus. "Er wollte bis zur Ankunft des Papstes leben. In der Straßenbahn (mit der der Papst zum ersten Gottesdienst fährt, Anm. d. Red.) war ein Platz für ihn reserviert. Er starb am 2. Juli."
"Ihr glaubt vielleicht, der Papst verdirbt euch den Abend", sagte Franziskus angesichts des ernsten Themas. "Aber wir müssen uns an gute und schlimme Dinge gewöhnen. So ist das Leben, junge Freunde." Am Ende segnete Franziskus die Menge, die stundenlang auf sein Erscheinen in einem streng abgeschirmten Bereich gewartete hatte. Der Papst war zunächst im Papamobil langsam durch die Einfahrt in das historische Gebäude gefahren und hatte der Menge zugewunken. Franziskus erschien dann nach etwa einer Stunde am "Papst-Fenster".
Der Bereich um das Palais war weiträumig abgesperrt. Die Menschen, die es bis zum Fenster geschafft hatten, harrten seit Stunden aus. Auch aus Argentinien, dem Heimatland des Papstes, waren Pilger gekommen. Viele andere stammten aus Polen. Der Papst hält sich seit Mittwochnachmittag in Krakau wegen des Weltjugendtages auf. Dieser dauert bis Sonntag. (bod/KNA/dpa)