Odilo
Ob französische und ungarische Könige oder gleich römisch-deutsche Kaiser – Odilo (um 962-1049) kannte nicht nur fast alle Mächtigen seiner Zeit, sondern wusste diesen Einfluss auch zu nutzen. Er setzte sich politisch für die Durchsetzung des "Gottesfriedens" ein, einer Art erster europäischer Friedensbewegung. Bestimmte Zeiten (wie Feiertage), Orte (daher unser "Fried-hof") und Personengruppen (wie Frauen) sollten von kriegerischen Handlungen ausgenommen werden. Während Odilos Zeit als fünfter Abt von Cluny erlebte das Benediktinerkloster zudem seine Blüteperiode: 998 erwirkte Odilo beim Papst die Unabhängigkeit seines Klosters vom Diözesanbischof, was ein absolutes Novum darstellte. Cluny unterstand nur noch direkt dem Papst im fernen Rom und wurde damit faktisch eigenständig. Odilo initiierte große Bauprojekte und legte Wert auf die Bildung seiner Mönche, genoss jedoch auch als wohltätiger Asket großes Ansehen. Um die Armen während einer Hungersnot zu versorgen, soll Odilo selbst kaiserliche Geschenke eingeschmolzen haben.