Konrad (Corrado) von Piacenza
Eine einzige Gewissensentscheidung kann alles verändern. Bis zu jenem bedeutungsvollen Tag hatte Konrad das sorglose Leben der Privilegierten geführt: Er entstammte dem Stadtadel von Piacenza, heiratete eine standesgemäße Frau namens Eufrosine und widmete sich hauptsächlich seiner liebsten Freizeitbeschäftigung – der Jagd. 1315 ließ Konrad ein Unterholzfeuer legen, um Wild aufzuscheuchen, doch der Brand geriet außer Kontrolle und richtete im Umkreis verheerende Schäden an. Ein Bettler, der zufällig in der Nähe war, wurde fälschlicherweise der Brandstiftung beschuldigt. Doch erst, als dieser dafür hingerichtet werden sollte, bekannte sich Konrad für schuldig. Zur Strafe wurde Konrads gesamtes Vermögen eingezogen und er verließ seine Heimatstadt. Während seine Frau in ein Klarissenkloster eintrat, wurde Konrad Franziskaner und pilgerte als Büßer Richtung Süden, bis er sich auf Sizilien als Einsiedler niederließ. Dort pflegte er Kranke und galt bereits vor seinem Tod am 19. Februar 1351 als Gottesmann. Obwohl Konrad nie offiziell kanonisiert wurde, wird er besonders auf Sizilien als Heiliger verehrt.