Eucherius von Orléans
Eucherius von Orléans (um 694-738) wurde ausgerechnet seine hohe Bildung zum Verhängnis: Der Sohn einer einflussreichen Familie trat früh in ein Benediktinerkloster in Jumièges (Normandie) ein, studierte Theologie und empfing die Priesterweihe. Von seinem weiteren Lebensweg hatte der junge Mann eine sehr genaue Vorstellung: Eucherius wollte in aller Zurückgezogenheit gut benediktinisch beten und arbeiten. Doch seine Bildung und persönliche Reife sprachen sich nicht nur im Kloster herum: 719 wurde der nur etwa 25-Jährige dazu genötigt, Bischof von Orléans zu werden. Als der fränkische Hausmeier Karl Martell Kirchengüter verstaatlichen wollte, widersetzte sich Eucherius und wurde daraufhin zuerst nach Köln und dann nach Sint-Truiden (heute Belgien) verbannt. Dort starb er am 20. Februar 738.