Millionen-Prozession unter strengem Polizeischutz
Unter großen Sicherheitsvorkehrungen fand am Montag in der philippinischen Hauptstadt Manila die traditionelle Prozession des "Schwarzen Nazareners" statt. Nach unterschiedlichen Angaben nahmen zwischen 1,4 Millionen und 2,5 Millionen Christen daran teil. Aus Angst vor Terroranschlägen waren die Sicherheitsvorkehrungen nach Angaben örtlicher Medien in diesem Jahr besonders hoch. Rund 6.000 Polizisten schützten die rund zwei Kilometer lange Strecke. Nachdem vor der Kirche Santa Cruz eine verdächtige Tasche gefunden worden war, wurde das Gebiet um die Kirche für 20 Minuten abgeriegelt. Der Bombenverdacht habe sich aber als Fehlalarm erwiesen.
Enge Verbindungen zum IS
Am Sonntag hatte die Polizei bei einer Razzia ein islamisches Zentrum in der Innenstadt von Manila durchsucht, nachdem Befürchtungen eines islamistischen Anschlags auf die Prozession des "Schwarzen Nazareners" laut geworden waren. Im Süden der mehrheitlich katholischen Philippinen sind auf der Insel Mindanao die islamischen Terrororganisationen Abu Sajaf und Maute aktiv. Beide Organisationen sollen enge Verbindungen mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterhalten.
Der lebensgroße Christusstatue des Schwarzen Nazareners wurde von spanischen Missionaren 1606 aus Mexiko auf die Philippinen gebracht und steht heute in der Basilika von Quiapo, einem Stadtteil von Manila. Die Gläubigen schreiben dem Schwarzen Nazarener wundertätige Kräfte zu. In der Prozession wird die Statue des Schwarzen Nazareners vom Luneta Park bis zur Kirche von Quiapo getragen. Für die zwei Kilometer lange Strecke braucht die Prozession durchschnittlich 20 Stunden. Bei sengender Hitze fallen jedes Jahr Hunderte Gläubige in Ohnmacht. Nach Angaben des Roten Kreuzes mussten mehr als hundert Menschen wegen Gesundheitsproblemen behandelt werden, im vergangenen Jahr hatte es sogar zwei Todesfälle gegeben.
300 Tonnen Müll
Ein der Appell der Kirche und der Umweltorganisation "Eco Waste Coalition" zur Müllvermeidung scheint laut philippinischen Medien während der Prozession angesichts des Unrats auf der Prozessionsstrecke ungehört verhallt zu sein. Im vergangen Jahr hinterließen die Gläubigen 300 Tonnen Müll. (gho/dpa/KNA)