Vatikan: Fragwürdige Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro
Beim Finanzskandal im Vatikan sind neue Einzelheiten ans Licht gekommen. Das Staatssekretariat habe rund 500 Millionen Euro in fragwürdige Projekte investiert, die laut Ermittlern des Vatikan "auffällige Unregelmäßigkeiten" aufweisen. Das berichtete der "Catholic World Report" am Sonntag unter Berufung auf Recherchen der italienischen Zeitung "L'Espresso". Insgesamt geht es demnach um 650 Millionen Euro.
Das Geld stammt laut der Zeitung zum großen Teil aus dem Peterspfennig, also Spenden der Gläubigen für karitative Aufgaben des Papstes. Laut vertraulichen Vatikan-Papieren sei das Geld in "leichtsinnige Spekulationen" geflossen, vor allem in schweizerische und italienische Stellen der Investmentbank Credit Suisse. Wie schon vor einigen Tagen bekannt geworden war, soll unter anderem Geld in ein 17.000 Quadratmeter großes Bürogebäude in London investiert worden sein, das zu Luxuswohnungen umgebaut wird. Die Investition sei auf Anweisung von Kurienkardinal Angelo Becciu veranlasst worden.
Diese Vorgänge sind demnach bereits 2018 an die vatikanische Staatsanwaltschaft gemeldet worden, die daraufhin Ermittlungen einleitete. Das vatikanische Staatssekretariat wurde durchsucht, fünf Mitarbeiter suspendiert.
Laut der Anti-Korruptionsbehörde des Vatikan gehe es um ernste Finanzvergehen und Korruption im Staatssekretariat. Es gebe Hinweise auf Unterschlagung, Betrug, Amtsmissbrauch und Geldwäsche.
Seit seinem Amtsantritt versucht Papst Franziskus im Rahmen einer Kurienreform, die Finanzen des Vatikan transparenter zu gestalten. Viele Ämter, die in diesem Zusammenhang neu geschaffen oder gestärkt wurden, sind derzeit jedoch nicht oder nur übergangsweise besetzt. (cph)