Gebetsmarathon für Familien

Gleichzeitig ruft der Papst die Ortskirchen, Pfarrgemeinden, Ordensgemeinschaften, Verbände und Bewegungen an den Tagen vor und während der Synode zum Gebet auf. In Rom wird dazu an jedem Tag bis zum Abschluss der Synode in der Kapelle "Salus Populi Romani" der Basilika Santa Maria Maggiore ein Gebet stattfinden. Insgesamt soll somit drei Wochen lang für die Bischofsversammlung und die christliche Familie gebetet werden.
Nach dem Wunsch von Franziskus soll in der Gesellschaft "wieder das Bewusstsein des heiligen und unantastbaren Charakters der Familie" erweckt werden. Jede Familie solle ein aufnahmefreudiges Domizil "der Güte und des Friedens für die Kinder und für die alten Menschen, für die Kranken und Einsamen, für die Armen und Bedürftigen" werden, heißt es in dem Gebet. Die Fürbitten richten ihren Fokus auf Kinder, Jugendliche, Großeltern und Familien auf der Flucht und im Exil. Auch für Eheleute in Schwierigkeiten wird gebetet (siehe Info-Kästen).
Papst Franziskus grüßt bei einem großen katholischen Familientreffen Kinder auf dem Petersplatz.
Derzeit verbreiten die Bistümer den Gebetsaufruf des Papstes an die einzelnen Kirchengemeinden. Das Erzbistum Freiburg etwa stellt eine entsprechende Arbeitshilfe als Download zur Verfügung. Erzbischof Stephan Burger bittet alle Seelsorger, "das Anliegen des Heiligen Vaters aufzugreifen und seine Einladung zum Gebet am 28. September sowie auch während der Synode, die bis zum 19. Oktober dieses Jahres dauert, an die Gläubigen weiterzugeben".
Mut und Barmherzigkeit gefragt
Die von Franziskus einberufene Familiensynode findet vom 4. bis 19. Oktober in Rom statt. Aus Deutschland nehmen der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und die Berliner Familienreferentin Ute Eberl teil. Das offizielle Thema der Bischofsversammlung lautet "Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung". In italienischen Medien wird in diesem Zusammenhang seit Wochen hauptsächlich über den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen debattiert. Dabei wird auf angebliche "Gegner" und "Befürworter" einer Änderung der kirchlichen Praxis unter Kardinälen hingewiesen.
Für die Synodenväter und weitere Teilnehmer der Bischofssynode soll die Kirche am Sonntag wörtlich beten: "Der Geist des Herrn erleuchte sie, damit die Kirche angemessen auf die heutigen Herausforderungen für die Familien antworten kann, in Treue zum Plan Gottes". Weiter wird der Heilige Geist herabgerufen, um "die Kirche am Beginn des synodalen Wegs" zu erleuchten. Die Kirche brauche die Freiheit und den Gehorsam der Heiligen Familie von Nazareth, "um mit Mut und Barmherzigkeit auf die Herausforderungen der heutigen Welt zu antworten", heißt es in dem Schreiben aus dem Vatikan.
Von Agathe Lukassek