Einige Themen seien "nicht verhandelbar"

Bischof Oster: Deutlicher Widerspruch aus Vatikan für Synodalen Weg

Aktualisiert am 19.11.2022  –  Lesedauer: 
Stefan Oster, Bischof von Passau, im Gespräch im Bischöflichen Ordinariat in Passau
Bild: © KNA/Maria Irl

Rom ‐ Nach dem Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe zieht der Passauer Bischof Stefan Oster ein gemischtes Fazit: Er nehme deutlichen Widerspruch des Vatikan bei Fragen des Synodalen Wegs wahr. Dabei stünden zwei Themen besonders im Fokus.

  • Teilen:

Der Passauer Bischof Stefan Oster sieht im Vatikan keine Zugeständnisse zum Synodalen Weg in Deutschland. Er habe vielmehr "deutlichen Widerspruch zu den aus meiner Sicht bei uns am intensivsten diskutierten Fragen wahrgenommen", schrieb er am Freitagabend auf Facebook. Dies seien die Themen christliche Anthropologie sowie die Ekklesiologie, mit der der Zugang zu Weiheämtern verbunden ist.

"Auch in den Debatten über den Fortgang der Ökumene haben wir in Rom deutlichen Widerspruch zu jüngeren Vorschlägen aus Deutschland gehört", so Oster über das Treffen der deutschen Bischöfe mit den Kurienkardinälen Marc Ouellet und Luis Ladaria im Rahmen des Ad-limina-Besuchs. Einige Themen seien "nicht verhandelbar". Der Moderator des Treffens, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, habe betont, "diese römischen Interventionen sollen im weiteren Verlauf des Synodalen Weges berücksichtigt werden". Mit diesen Vorschlägen sei ein ebenfalls vorgeschlagenes Moratorium für den Synodalen Weg verhindert worden, "so dass er unter Berücksichtigung der gemachten Eingaben weiter gehen kann". 

Über heftig diskutierte Fragen sei weitere Vertiefung nötig

Insgesamt gehe er mit dem Eindruck nach Hause, "dass über all die heftig diskutierten Fragen, weitere Vertiefung nötig ist". Er spüre, dass "wesentliche Aspekte des Evangeliums heute nicht einfach kompatibel sind mit den herrschenden Strömungen einer Gesellschaft wie der unseren". Insbesondere von Papst Franziskus sei die Relevanz von Evangelisierung betont worden. Aufs Ganze gesehen gehe er dankbar und ermutigt nach Hause.

Seit Montag waren die deutschen Bischöfe in Rom zu Gesprächen mit den Vatikanbehörden und dem Papst. Der Besuch endet am Samstag mit einer Pressekonferenz der Deutschen Bischofskonferenz. Diözesanbischöfe sind verpflichtet, in der Regel alle fünf Jahre gegenüber dem Papst einen Bericht über die Situation in ihrem Bistum abzustatten. Die deutschen Bischöfe waren allerdings zuletzt 2015 zum Ad-limina-Besuch in Rom. Der aktuelle Besuch wurde mit Spannung erwartet, nachdem der Synodale Weg im Vatikan mit Sorge und Kritik beobachtet wurde. Im Sommer hatte der Heilige Stuhl mit einer Erklärung eingeschärft, dass der Synodale Weg nicht befugt sei, "die Bischöfe und die Gläubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten". (cph)