Darum lassen wir unsere kleine Tochter erst mit fünf Jahren taufen
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Ende Mai wird unsere kleine Tochter getauft. Wobei "klein" in diesem Fall relativ ist, sie ist immerhin schon fünf Jahre alt. Dass wir sie nicht schon früher haben taufen lassen, hatte verschiedene Gründe – allen voran die Corona-Pandemie, die wenige Tage nach der Geburt der Kleinen im März 2020 mit dem ersten Lockdown voll in Deutschland einschlug und, wir alle erinnern uns, auch kirchliche Aktivitäten und Familienfeste längere Zeit unmöglich machte.
Nun aber ist es bald so weit, und wir erleben als Familie gerade, dass eine spätere Taufe gar nicht schlecht ist – im Gegenteil. Unsere Tochter als Hauptperson kann das Fest dadurch ganz bewusst mit vorbereiten und miterleben. Sie ist schließlich "kein Baby mehr", wie sie selbst gerne lautstark kundtut. Anders als bei ihrer großen Schwester, die wir – wie bei den meisten Familien üblich – schon im Alter von wenigen Monaten hatten taufen lassen, können wir mit der Kleinen nun schon im Vorfeld über ihre Taufe sprechen und sie nach ihren Wünschen für den Gottesdienst und die Feier fragen. Dadurch, so mein Eindruck, erleben auch wir Eltern den Weg zur Taufe noch einmal bewusster mit.
Werden Tiere auch getauft?
Wie es sich für eine Fünfjährige gehört, fragt unsere Tochter zurzeit ganz viel – natürlich auch zur Taufe. Am Anfang wollte sie zum Beispiel wissen, warum man überhaupt getauft wird und was genau bei so einer Taufe eigentlich passiert. Vor ein paar Tagen hat sie dann gefragt, ob ihr Kleid nach der Taufe nass sein wird (diese Sorge hatte ihr ihre große Schwester eingeredet) und ob auch Tiere getauft werden. Ich finde es spannend und mitunter durchaus herausfordernd, auf all diese Fragen immer eine gute Antwort zu finden. Aber offenbar habe ich das bislang einigermaßen gut hingekriegt – dass sie getauft wird, findet die Kleine jedenfalls weiterhin "cool". Und es passt auch zu ihr: Sie ist schon lange sehr interessiert an allem, was mit Glaube und Kirche zu tun hat. Der liebe Gott und alles, was er tut und worum er sich kümmert, ist für sie ein großes Thema.
Für mich ist es schön zu erleben, wie unbefangen und fröhlich unsere Tochter mit ihrer Taufe und ihren Fragen zum Glauben umgeht. Was für ein Kontrast zu der verdrucksten Bedenkenträgerei vieler erwachsener Katholiken, die sich in der Öffentlichkeit im Zweifel lieber nicht zu ihrem Glauben bekennen, denke ich. Für unsere Kleine war von Anfang an klar, dass sie zu ihrer Taufe ein großes Fest mit allen ihren Freundinnen und Freunden aus der Kita feiern will. Alle sollen wissen, dass sie getauft wird, findet sie. Und genauso werden wir es machen – inklusive einer Überraschung für die anwesenden Kinder, die ich an dieser Stelle aber lieber noch nicht verrate. Wer weiß, wer hier alles mitliest.