Eine Frage der Kleidung

Fürst Albert II. von Monaco besucht erstmals Papst Leo XIV.

Veröffentlicht am 14.01.2026 um 15:01 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Weiß oder Schwarz – das ist hier die Frage. Sie stellt sich immer, wenn ein katholischer Monarch samt weiblicher Begleitung den Papst besucht. Für Samstag hat sich Fürst Albert II. von Monaco im Vatikan angekündigt.

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Fürstlicher Besuch im Vatikan: Albert II. von Monaco wird am Samstag von Papst Leo XIV. empfangen. Das geht aus einem Terminhinweis des Vatikans hervor. Offiziell angekündigt ist die Begleitung von Ehefrau Charlène bislang nicht. Das monegassische Fürstenpaar besuchte zuletzt im Jahr 2022 Papst Franziskus im Vatikan.

Damals trug Fürstin Charlène, die 2011 zum katholischen Glauben konvertierte, wider Erwarten schwarze Kleidung. Eigentlich steht katholischen Königinnen und Prinzessinnen oder Ehefrauen katholischer Monarchen das Privileg zu, bei einer Papstaudienz Weiß zu tragen. Sonst schreibt das Protokoll für Besucherinnen schwarze Kleidung und Kopfbedeckung vor.

Privilège du blanc

Dieses "Privilège du blanc" ist ein Zeichen der Anerkennung des Vatikans gegenüber Monarchien, die dem Katholizismus die Treue halten. Es gilt in Europa außer für Fürstin Charlene auch für die spanische Königin Letizia und ihre Schwiegermutter Sofia, Königin Mathilde von Belgien und die frühere Königin von Belgien, Paola, sowie für Luxemburgs Großherzoginnen Stéphanie und Maria Teresa.

Der Heilige Stuhl und das Fürstentum Monaco unterhalten volle diplomatische Beziehungen. Die römisch-katholische Kirche ist Staatskirche. Mehr als 80 Prozent der rund 38.000 Einwohner Monacos sind katholisch. Seit 1981 existiert das eigenständige Erzbistum Monaco, dem seit 2020 Erzbischof Dominique-Marie David vorsteht. (KNA)